Auch bei der SWR-Elefantenrunde gewohnt bedächtig: Ministerpräsident Winfried Kretschmann Foto: dpa

Zum letzten Mal vor der Landtagswahl an diesem Sonntag trafen sich die Spitzenkandidaten der größten baden-württembergischen Parteien zur TV-Diskussion beim SWR. Eine neue Umfrage sieht die Grünen weiter vor der CDU.

Stuttgart - Zum letzten Mal vor der Landtagswahl an diesem Sonntag trafen sich die Spitzenkandidaten der größten baden-württembergischen Parteien zur TV-Diskussion beim SWR. Das Sextett präsentierte vor allem die ­Argumente, die es bereits bei vorherigen Diskussionsrunden getestet und für gut befunden hatte: „Anständige Menschen wählen keine Rassisten – Ende der Durchsage“, giftete Sozialdemokrat Nils Schmid gegen den Rechtspopulisten Jörg Meuthen an. Der AfDler forderte wieder „als ultima Ratio einen Grenzzaun“ gegen Flüchtlinge.

Christdemokrat Guido Wolf attackierte den in ­Umfragen führenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne), er möge nicht nur die Kanzlerin verstehen, sondern auch unterstützen, indem ­abgelehnte Asylbewerber konsequent in sichere Herkunftsländer abgeschoben würden. Nebenbei biss Wolf auch Meuthen gelegentlich in die Wade. Der Linke Bernd Riexinger beklagte erneut, die amtierende grün-rote Landesregierung habe zu wenig ­bezahlbaren Wohnraum geschaffen.

Mit Spots zu Innerer Sicherheit, Bildung und Wirtschaft versuchten die beiden Moderatoren, die Politiker aus dem gewohnten Wahlkampfmodus zu reißen – teils mit Erfolg. Beispiel Polizei: Der Liberale Hans- Ulrich­ Rülke will 1000 mehr Polizisten einstellen, Wolf gar 1500n. Finanzminister Schmid konterte mit der Frage, wie sie dies gegenfinanzieren wollten.

Kretschmann sagt, er wolle keineswegs das Gymnasium abschaffen

Beim Thema Bildung verdeutlichte Kretschmann, dass er keinesfalls das Gymnasium abschaffen wolle: „Ich bin doch selbst Gymnasiallehrer.“ Geht es nach ihm, steht diese Schulform künftig als zweite Säule neben der Gesamtschule. Die wiederum will ­Riexinger als einzigen weiterführenden Schultyp im deutschen Südwesten realisiert sehen.

Kurz vor der TV-Runde war eine Umfrage des Instituts YouGov bekannt geworden. Danach liegen die Grünen mit 32 Prozent knapp vor der CDU (30). Die SPD wird bei 12 Prozent gesehen, die AfD bei elf, die FDP bei acht.