Die Vorwürfe gegen Christoph Sonntag wiegen schwer. Foto: factum/Bach

Der Kabarettist Christoph Sonntag sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Ihm wird vorgeworfen seine gemeinnützige GmbH als Selbstbedienungsladen zu missbrauchen. Jetzt fordert die SPD, dass sich der Ministerpräsident des Landes in der Sache einschalten soll.

Stuttgart - Der SPD-Generalsekretär im Land, Sascha Binder, sieht Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in der Pflicht, die Aufklärung im Fall Christoph Sonntag voranzutreiben. Er hat die Vorwürfe gegen den Kabarettisten und gegen Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) in Bezug auf eine mögliche Veruntreuung von Fördergeldern des Landes als „schwerwiegenden Vorgang“ bezeichnet. Binder sagte, der Vorgang müsse „schnellstmöglich und restlos aufgeklärt“ werden: „Auch Ministerpräsident Kretschmann ist in der Verantwortung, das seinem Sozialminister klipp und klar zu machen.“

SPD will Benachteiligung anderer Organisationen ausschließen

Unsere Zeitung hatte am Samstag exklusiv berichtet, dass Christoph Sonntag Spendengelder und Landesfördermittel veruntreut haben soll. Sozialminister Manfred Lucha soll dafür gesorgt haben, dass die Mittel flossen. Die Vorwürfe wurden von Sonntags Noch-Ehefrau und deren Anwalt erhoben und durch zahlreiche Unterlagen untermauert. Luchas Ministerium hatte gegenüber unserer Zeitung angekündigt, „mögliche Ungereimtheiten“ zu prüfen. Sonntag wies die Vorwürfe über seine Anwältin zurück.

Vor der SPD hatte bereits die Landtags-FDP Aufklärung in dem Fall gefordert. „Wir werden Herrn Lucha umgehend mit einem umfangreichen Fragenkatalog konfrontieren“, sagte Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke. SPD-Generalsekretär Binder sorgt sich in dem Zusammenhang auch um andere gemeinnützige Organisationen: In jedem Jahr gebe es viele, die sich erfolglos um eine Förderung beim Land bemühten. „Auch deshalb muss Minister Lucha jeden Zweifel an deren Gleichbehandlung ausräumen“, so Binder.

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