Um Antworten zum Thema Fahrverbot nicht verlegen: Verkehrsminister Winfried Hermann. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Vom 1. April an sind auch die Stuttgarter selbst vom Diesel-Fahrverbot in der Stadt betroffen. Die Fragen von Betroffenen nach einer Ausnahme häufen sich. Verkehrsminister Winfried Hermann hat einige davon bei uns am Telefon beantwortet.

Stuttgart - Vom 1. April an gilt das Diesel-Fahrverbot bis einschließlich Euro 4 in der Landeshauptstadt auch für die Stuttgarter selbst. Das Ordnungsamt der Stadt hatte bis Mittwoch 3800 Anträge auf eine Befreiung abgelehnt und 3982 Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Bei der Telefonaktion unserer Zeitung mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Sachgebietsleiterin Gisa Gaietto monierten viele Betroffene den Zuschnitt der Fahrverbotszone, die mit wenigen Ausnahmen das gesamte Stadtgebiet umfasst. Sie sei vom Gericht vorgegeben, so Hermann. Er hält es aber für wahrscheinlich, dass für das Verbot von Euro-5-Dieseln ab Januar 2020 ein kleinräumiger Zuschnitt gefunden wird oder nur Streckensperrungen nötig sein werden. Die CDU in der Regierung will diese Verbotsstufe komplett abwenden. Das Land war im Februar 2018 zur Umsetzung eines mehrstufigen Diesel-Fahrverbots verurteilt worden, weil in Stuttgart die Stickstoffdioxid-Grenzwerte weit überschritten sind.

Fragen auch zur Nachrüstung

Bei der Telefonaktion ging es zudem um individuelle Ausnahmen und Nachrüstmöglichkeiten. Fragen beantwortet eine Arbeitsgruppe der Stadt in der Jägerstraße 14 persönlich (montags bis freitags 8.30 bis 13 Uhr und donnerstags von 14 bis 15.30 Uhr) und am Telefon unter 07 11 / 216 3 21 20.

Das Fahrverbot wird vom 1. April an von der größten Tarifreform im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) flankiert. Für die Reduzierung der Zonenzahl um 40 auf fünf Ringzonen schießen die Träger pro Jahr rund 40 Millionen Euro zu. Die Fahrpreise bleiben unverändert, die Fahrten werden aber für die meisten VVS-Kunden günstiger, weil je zwei Zonen in Stuttgart und den Landkreisen zusammengelegt werden. Davon versprechen sich die VVS-Gesellschafter einen Schub für den öffentlichen Nahverkehr.

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