ADAC und Verkehrsministerium haben drei Euro-5-Fahrzeuge mit der sogenannten SCR-Technologie nachgerüstet und getestet. Was bedeuten die Ergebnisse für die Luftqualität, die Dieselfahrer und die Fahrverbote in Stuttgart?

Stuttgart - Die Debatte um Fahrverbote bewegt seit Wochen die Stadt. Einerseits demonstrieren Bürger, weil sie mit ihrem Diesel nicht mehr überall im städtischen Raum fahren dürfen, einen Werteverlust hinnehmen, oder die Gefahr besteht, dass sie ihr Auto bald stehen lassen müssen. Andererseits gehen Befürworter der Fahrverbote auf die Straße, weil sie in dieser radikalen Maßnahme die einzige verbliebene Chance sehen, die Luftqualität in ihren Städten zu verbessern.

Nachrüstung als Kompromiss

Aus Sicht des Baden-Württembergischen Verkehrsministeriums könnte eine Hardwarenachrüstung betroffener Euro-5-Modelle den Weg zu einem Kompromiss zwischen beiden Lagern darstellen. Der ADAC hat drei mit Nachrüstsystemen ausgestattete Euro-5-Fahrzeuge von August 2018 bis Januar 2019 überprüft. Ergebnis ist, dass alle Systeme den Stickstoffdioxidausstoß um rund 40 bis 80 Prozent senken können.

Allerdings hatten sie bei Temperaturen unter zehn und vor allem unter null Grad noch Probleme, den neuen Nachrüst-Grenzwert einzuhalten. Auch mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß sahen sich die Nachrüster konfrontiert. Da die Systeme während des Versuchs weiterentwickelt wurden, soll es nach Angaben der Hersteller jedoch möglich sein, alle Grenzwerte einzuhalten. Ohne die Nachrüstsätze wurde der Grenzwert von 270 Milligramm Stickstoffdioxid teilweise um das Zehnfache überschritten.

Weiterhin offene Fragen

Es bleiben offene Fragen: Wie genau funktioniert die Nachrüstung? Ab wann kann sie in Anspruch genommen werden und wer bezahlt am Ende die Rechnung? Lokalredakteur Konstantin Schwarz gibt einen Überblick im Video.

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