Wiederwahl ohne Gegenkandidaten Hohenheimer Rektor im Amt bestätigt

Von Inge Jacobs 

Die Universitätsratsvorsitzende Marion Johannsen beglückwunscht Rektor Stephan Dabbert zur Wiederwahl. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Die Universitätsratsvorsitzende Marion Johannsen beglückwunscht Rektor Stephan Dabbert zur Wiederwahl. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Nahezu einstimmig haben Senat und Unirat den Hohenheimer Unirektor Stephan Dabbert für seine zweite Amtszeit bestätigt. Laut der Universitätsratsvorsitzenden Marion Johannsen gab es unter den Bewerbern keine geeigneten Gegenkandidaten.

Stuttgart - Stephan Dabbert wird auch weiterhin die Uni Hohenheim als Rektor führen. Der Unirat wählte den 59-jährigen Amtsinhaber und Agrarökonomen am Montag einstimmig, der Senat votierte mit 23 Jastimmen und einer Neinstimme für Dabbert. Seine zweite, sechsjährige Amtszeit beginnt am 1. April 2018. Das Ergebnis wurde mit lang anhaltendem Applaus quittiert. Eine personelle Wahlalternative in Form eines oder mehrerer Gegenkandidaten war den beiden Unigremien allerdings nicht geboten worden.

Marion Johannsen, die Vorsitzende des Unirats und der Findungskommission, berichtete, es habe auf die öffentliche Stellenausschreibung noch vier externe, männliche Bewerber gegeben, doch diese hätten die notwendigen Voraussetzungen und hohen Ansprüche der Findungskommission nicht erfüllt. Deshalb habe sich die Findungskommission schließlich einstimmig für Dabbert als einzigen Kandidaten ausgesprochen. Man habe jedoch die Unterlagen sämtlicher Bewerber an die Mitglieder von Unirat und Senat weitergeleitet. „Wir wollten Transparenz und bestmögliche Information“, erklärte Johannsen. Beide Unigremien verzichteten auf das Recht, zusätzliche Kandidaten vorzuschlagen.

Rektor Dabbert will Hohenheim als „führenden Player in der Bioökonomie“ positionieren

Vor der Abstimmung nutzte Dabbert die Gelegenheit, sich in der gemeinsamen Sitzung von Unirat und Senat als erfolgreicher Krisenbewältiger und Macher zu präsentieren und seine Pläne für die zweite Amtszeit vorzustellen. So habe er unter anderem vor, die Uni Hohenheim als „führenden Player in der Bioökonomie“ zu positionieren – „da ist noch Luft nach oben“, so Dabbert. Auch die Höhe der Drittmittel könne noch gesteigert werden, etwa durch die Einwerbung von Sonderforschungsbereichen. „Das haben wir noch nicht erreicht – aber wir haben die Voraussetzungen dazu“, so Dabbert. Der Antrag Hohenheims in der Exzellenzinitiative unterstreiche: „Die Uni ist wettbewerbsfähiger geworden.“ Weitere Ziele seien strategische Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die Akkreditierung aller Studiengänge. Wie schon bei seinem Amtsantritt 2012 will der Rektor weiter daran arbeiten, Hohenheim stärker als Forschungsuni zu entwickeln.

Es gebe jedoch, so Dabbert, auch noch etliche Herausforderungen. Dazu gehöre die nach 2020 zu erwartende rückläufige Entwicklung der Studierendenzahlen, aber auch die Frage, wie man forschungsbasierte Lehrkonzepte wie etwa „Humboldt reloaded“ verstetigen könne. Doch man müsse auch die Relevanz der wissenschaftlichen Themen und Studiengänge überprüfen – „sind es noch die richtigen?“

Amtsinhaber zeigt internationale Perspektiven auch für Wirtschaftswissenschaften auf

Dabbert erklärte: „Ich bringe in vielen dieser Bereiche Erfahrungen mit, aber auch die Neugier auf Neues – ich würde diesen Job gern weitermachen.“ Ursula Eid hakte als externes Uniratsmitglied nach: Wie Dabbert die Notwendigkeit sehe, das Nachhaltigkeitsprofil der Uni auch international zu stärken – nicht nur in den Agrarwissenschaften. Dabbert konterte, beim Thema Ernährungssicherung sei man international auf Ballhöhe, da seien auch die Naturwissenschaften beteiligt, bei der Bioökonomie zudem auch die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Als weitere, internationale Perspektive für die Wirtschaftswissenschaften könne er sich die Frage nach der ökonomischen Ungleichheit vorstellen, so Dabbert auf Nachfrage des BWL-Kollegen Hans-Peter Burghof.

Johannsen attestierte dem Wahlsieger, er sei „ein Glücksfall für die Uni Hohenheim, für die Wissenschaftspolitik im Land und darüber hinaus“. Für die Zukunft der Uni sei nur „eine Persönlichkeit mit Weitsicht, Visionen, Empathie und der Fähigkeit zur Integration“ in Frage gekommen.

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