Trumps Personalkarussell in den USA Diese Minister sind nicht mehr im Amt

Von Simon Wörz 

Intrigen und rumorende Rücktritte begleiten die Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Wer musste bisher seinen Posten räumen? Ein Überblick.

Stuttgart - Das Weiße Haus in Washington hat wieder einmal turbulente Wochen hinter sich. Seit seiner Amtseinführung hat US-Präsident Donald Trump dort eine Unternehmenskultur mit eingebauter Schleudersitzgarantie etabliert. Auch in den vergangenen zwei Wochen drehte sich das Personalkarussell in Trumps Team munter weiter. Auf den Rücktritt des Stabssekretärs Rob Porter, der seine beiden Ex-Frauen geschlagen haben soll, folgte das Ausscheiden von Kommunikationsberaterin Hope Hicks, die zugegeben hatte, für den Präsidenten gelogen zu haben.

Nun wurde Außenminister Rex Tillerson entlassen und von CIA-Chef Mike Pompeo beerbt. Pompeos Stellvertreterin Gina Haspel wird die erste weibliche Direktorin des Auslandsgeheimdiensts. Angeblich stand Tillerson bereits Ende November kurz vor der Entlassung.

Schmutzige Machtkämpfe und Skandale scheinen zu dem Umfeld von Trumps Führungsriege dazu zugehören. Nach dessen Ankündigung Strafzölle auf Aluminium, Stahl und den Import von Autos erheben zu wollen, zog der einflussreiche Wirtschaftsberater und ehemalige Goldman-Sachs-Banker Gary Cohn die Reißleine. Im engeren Beraterkreis galt er als Chefökonom.

Der US-Präsident entlässt nach Lust und Laune

Etwa 20 Regierungsmitarbeiter haben Trump seit dessen Amtsantritt im Januar 2017 den Rücken gekehrt. Dabei lässt sich oft nicht klar unterscheiden, ob die geschassten Mitarbeiter aus eigenen Stücken oder auf Anordnung des Präsidenten ihren Posten räumen. Unter den Gefeuerten: Der ehemalige FBI-Direktor James Comey. Seine Entlassung im Zuge der Ermittlungen wegen der russischen Einflussnahme auf den Präsidentschaftswahlkampf führte zur Einberufung eines Geheimdienstausschusses im Senat, welcher sich mit einer möglichen Justizbehinderung durch den Präsidenten beschäftigte.

Auf Twitter verteidigte Trump die hohe Fluktuation in seinem Kabinett und bezeichnete kritische Medien, die ihm Chaos vorgeworfen hatten, einmal mehr als „Fake News“.

Auf besonders wackligen Stühlen sitzen die Mitarbeiter aus dem Kommunikationsstab. Michael Dubke und Anthony Scaramucci waren jeweils nur kurzzeitig Kommunikationsdirektor, was unter anderem zur Folge hatte, dass der ehemalige Pressesprecher Sean Spicer als Protest gegen die Ernennung Scaramuccis seinen Rücktritt verkündetete.

Bezeichnend für die bizarren Rochaden in Trumps Team: Scaramuccis Amtszeit im Juli währte gerade einmal zehn Tage, ehe er durch die aktuell amtierende Sarah Sanders ersetzt wurde. Zudem zählte neben Hicks auch Omarosa Manigault zum Kommunikationsteam des Weißen Hauses, gab ihren Posten aber Ende des vergangenen Jahres wieder auf.

Trump findet Veränderungen erfrischend

Ebenfalls für große Überraschung sorgte das jähe Ende von Trumps Chefstrategen Stephen Bannon einen Monat später. Das Verhältnis zwischen dem eng mit der Alt-Right-Bewegung verbandelten Publizisten und Trump soll mittlerweile eine 180-Grad-Wende erfahren haben.

Wie der Spiegel berichtete, soll Trump vor kurzem bei einem internen Abendessen gesagt haben, dass er Veränderungen erfrischend fände und witzelte: „Wer wird wohl als Nächstes gehen: Melania?“ Ein Ende der Serie von Abgängen und Wechseln in der US-amerikanischen Regierung ist also nicht in Sicht.

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