Streit über Strafzölle Trumps Wirtschaftsberater Cohn tritt zurück

Von red/AFP/dpa 

Gary Cohn verlässt das Weiße Haus. Er war der oberste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten. Foto: dpa
Gary Cohn verlässt das Weiße Haus. Er war der oberste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten. Foto: dpa

Der oberste Wirtschaftsberater des US-Präsidenten tritt zurück. Gary Cohn lehnte die Strafzölle ab, die Donald Trump in der vergangenen Woche angekündigt hatte.

Washington - Der oberste Wirtschaftsberater im Weißen Haus, Gary Cohn, tritt zurück. Dies teilte die US-Regierungszentrale am Dienstag mit. Cohn lehnt die Strafzölle auf Aluminium und Stahl ab, die Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche angekündigt hatte.

Es sei ihm eine Ehre gewesen, seinem Land zu dienen, und er sei Präsident Trump dankbar für diese Möglichkeit, hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme Cohns. Zu den Hintergründen seiner Entscheidung äußerte er sich nicht.

Cohn, ehmals hochrangiger Investmentbanker bei Goldman Sachs, galt innerhalb des Weißen Hauses bisher als ausgleichender Mahner in der Wirtschaftspolitik. Er war es, der Trumps nationalistischer Wirtschaftspolitik unter dem Motto „America First“ das Attribut „but not alone“ („aber nicht alleine“) beifügte und damit zumindest ein gewisses Maß an internationaler Zusammenarbeit einforderte.

In den vergangenen Tagen gab es bereits Spekulationen über einen Rücktritt. Cohn hatte sich zuletzt in der Frage von Strafzöllen gegen den Präsidenten gestellt. Bis zuletzt soll er noch versucht haben, die Position der USA gegenüber Zöllen für Einfuhren von Stahl und Aluminium aufzuweichen. Sein Rückzug wird nun auch als Indiz dafür gewertet, dass Trump sich nicht umstimmen lassen und bei seiner harten Linie auch gegen Europa bleiben will.

Mit Cohn verliert Trump einen der letzten Befürworter von Freihandel und Globalisierung in seinem direkten Beraterstab. Dies könnte auch Auswirkungen auf die laufenden Verhandlungen über das Freihandelsabkommen Nafta mit den Nachbarn Mexiko und Kanada haben.

Trump hatte mit seiner Ankündigung die Angst vor einem internationalen Handelskonflikt geschürt. Politiker und Wirtschaftsführer in aller Welt äußerten ihre Besorgnis über eine solche Auseinandersetzung.

Lesen Sie jetzt