Thomas Hitzlsperger wünscht sich in Zukunft weniger Trainerwechsel beim VfB. Foto: Baumann

Nach dem Trainerwechsel gibt es keine Alibis mehr: Der Sportvorstand Thomas Hitzlsperger fordert von den Spielern des VfB Stuttgart Leistung auf dem Platz statt Lippenbekenntnissen.

Stuttgart - Nachdem er das neue Trainerteam vorgestellt hatte, hat der Sportvorstand Thomas Hitzlsperger am Sonntagmorgen noch alleine mit den Profis des VfB Stuttgart gesprochen. „Es war mir ein Bedürfnis, den Spielern nochmal zu sagen, wie schwach das war am Samstag“, sagte der 37-Jährige am Sonntag in Bezug auf die 0:6-Klatsche des akut abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten tags zuvor beim FC Augsburg. Danach hatte sich der VfB von dem Trainer Markus Weinzierl getrennt, der bisherige A-Junioren-Coach Nico Willig übernahm interimsweise das Zepter.

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Hitzlsperger forderte in der Besprechung von den Spielern auch Erklärungen ein, wie das Debakel mit sechs Gegentoren und null Leistungsbereitschaft zustandekommen konnte. „Ich habe sie daran erinnert, dass wir als Verein ein großes Ziel haben. Aber jeder einzelne Spieler muss sich auch fragen, was er jetzt einbringen kann“, sagte der Ex-Nationalspieler. „Oft ist es so dahin gesagt: wir wollen nicht absteigen. Aber ich habe an dem Handeln in Augsburg nicht gesehen, dass sie es wirklich vermeiden wollen.“

Nach dem erneuten Trainerwechsel gibt es keine Alibis mehr. Wenn die Stuttgarter Profis sich nicht schnell steigern können, ist selbst die Relegation in Gefahr – ein zweiter Abstieg in drei Jahren droht. „Da müssen sie sich ernsthaft hinterfragen“, sagte Hitzlsperger, der genug hat von Lippenbekenntnissen: „Man muss auf dem Platz sehen, dass sie in der Liga bleiben wollen, und das habe ich sehr vermisst bei allen.“

Nico Willig ist bereits der dritte Stuttgarter Coach in dieser Saison nach Tayfun Korkut und Markus Weinzierl, der VfB verkommt immer mehr zum Trainerkiller. „Es ist kein gutes Zeichen, ganz klar“, sagte Hitzlsperger. „Jetzt haben wir aber nicht mehr viel Zeit zu analysieren, was das über eine Mannschaft aussagt. Sondern wir müssen schauen, was haben wir für Möglichkeiten haben bei vier verbleibenden Spielen, um alles wieder zu korrigieren. Die Chance haben wir, das ist das ganz große Glück.“

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Beim jüngsten Gegner FC Augsburg hat der Trainerwechsel von Manuel Baum zu Martin Schmidt große Kräfte freigesetzt, wie auch der VfB zu spüren bekommen hat. Tritt so ein Effekt nun auch in Stuttgart ein? „Ich hoffe natürlich, dass wir eine ähnliche Wirkung erzielen können, dass andere Emotionen wieder dabei sind, dass auf dem Platz die Qualität zu tragen kommt. Sie ist zweifelsohne da, wir haben sie aber zu selten gesehen“, sagte Hitzlsperger und fügte an: „Drei Trainer in einer Saison ist zu viel, das ist nicht mein Anspruch, das ist nicht mein Ziel. Das ist jetzt gerade der Situation geschuldet. Das möchte ich in den nächsten Jahren in der Häufigkeit nicht mehr erleben.“

In unserer Bildergalerie zeigen wir Fotos vom ersten VfB-Training unter Anleitung von Nico Willig.

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