Wie sollen Stuttgarter künftig von A nach B kommen? Die Frage polarisiert. Christa Papsdorf will weiter ihren Diesel fahren. Der Grünen-Stadtrat Björn Peterhoff setzt auf Bus und Bahn. Ein Streitgespräch.

Stuttgart - Am 26. Mai wählt Stuttgart einen neuen Gemeinderat. Der Verkehr in der Stadt ist dabei ein Thema, das die Menschen ganz besonders beschäftigt.

Im Schnitt haben Autofahrer in Stuttgart im vergangenen Jahr 108 Stunden im Stau verloren. Als Nadelöhre gelten unter anderem der Bereich vor der Wilhelm und die Heilbronner Straße vom Pragsattel in Richtung Zuffenhausen.

Doch nicht nur verstopfte Straßen machen Autofahrern in Stuttgart zu schaffen. Seit Beginn des Jahres gilt im gesamten Stadtgebiet ein Fahrverbot für alle Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro-4 oder schlechter. Hintergrund ist, dass die Stickstoffdioxid-Werte seit Jahren über den erlaubten Grenzwerten liegen.

Der Anteil des Radverkehrs soll steigen

Viele Dieselfahrer ärgern sich über die Verbote. Andere Initiativen wie der Radentscheid Stuttgart setzen auf Alternativen zum Auto und fordern etwa einen massiven Ausbau der Radwege in Stuttgart. Das Bürgerbegehren des Radentscheids wurde zwar für rechtlich unzulässig erklärt. Dennoch ist der Gemeinderat im Februar 2019 den Ideen des Radentscheids gefolgt und hat einen Antrag mit dem Titel „Stuttgart zu einer fahrradfreundlichen Stadt machen“ von Grünen, Stadtisten und SÖS/Linke-Plus beschlossen. Bis 2030 soll der Anteil des Radverkehrs demnach von derzeit etwa 5 auf 25 Prozent am gesamten Verkehr ausgebaut werden.

Soll die Stadt ihr Geld lieber für Radwege oder für den Ausbau der Straßen ausgeben, damit der Stau abnimmt? Welche Rolle wird das Auto zukünftig in Stuttgart noch spielen? Und wie wird es denen ergehen, die auf ein eigenes Auto angewiesen sind und nicht auf Bus oder Bahn umsteigen können – zum Beispiel, weil sie aus ländlichen Räumen nach Stuttgart pendeln?

Zwei Kontrahenten, drei Runden im Paternoster

Diese Fragen diskutieren in unserem Video zwei Kontrahenten im Paternoster des Stuttgarter Rathauses. Christa Papsdorf kommt aus Fellbach, fährt einen Diesel und demonstriert regelmäßig gegen Fahrverbote. Sie will auf ihr Auto nicht verzichten und glaubt, dass viele Stuttgarter auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen sind. Björn Peterhoff ist Stadtrat der Grünen und tritt bei der Kommunalwahl auf Listenplatz vier der Grünen an. Er findet: So, wie heute jeder individuell mit dem Auto mobil ist, kann es nicht weitergehen. Wie sich Papsdorf und Peterhoff den Verkehr der Zukunft vorstellen, sehen Sie im Video.

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