Die Fans des Oberligisten FV Ravensburg feiern 2016 den WFV-Pokal-Sieg ihres Clubs im Gazi-Stadion. So feucht-fröhlich wird es in diesem Jahr am 22. August beim Finaltag der Amateure auf der Waldau nicht zugehen. Maximal 500 Zuschauer dürfen rein, Stehplätze sind gar nicht erlaubt. Foto: Baumann

Auch unterhalb der Fußball-Bundesliga rollt wieder der Pflichtspielbetrieb. Am kommenden Wochenende geht das WFV-Pokal-Viertelfinale über die Bühne – der Aufwand für die Gastgeber ist groß.

Stuttgart - Der Anblick vor dem ausverkauften Stadion an der Hohenstaufenstraße wird ungewohnt sein. An den Kassenhäuschen gibt es keine Tickets mehr zu kaufen, nur hinterlegte Karten können dort abgeholt werden. Dafür werden sechs Tische am Eingang stehen, darauf befinden sich Schuhkartons mit Schlitzen. In diese werfen die Zuschauer des WFV-Pokal-Viertelfinalspiels zwischen dem Oberligisten 1. Göppinger SV und Regionalligist TSG Balingen (Samstag, 15.30 Uhr) die Kärtchen hinein, auf denen sie ihre persönlichen Daten geschrieben haben. „Corona-Registrierungstation nennt sich das“, erklärt Göppingens Spielleiter Ingo Miede und ergänzt: „Der Aufwand ist natürlich schon gewaltig.“

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Mindestens 15 Stunden habe er und sein Team für die Vorbereitung aufgewendet. Die Absperrung von Plätzen auf der Tribüne, um den Mindestabstand einzuhalten, die Kennzeichnung von Laufwegen zu den Toiletten und Getränkeständen hat viel Zeit in Anspruch genommen. Die Hygienevorschriften sind detailliert vom Württembergischen Fußballverband, vom Land und der Stadt vorgegeben. 2000 Euro hat der Club allein für Desinfektionsständer und -mittel ausgegeben. „Die Leute sind heiß auf Livesport im Stadion“, sagt Miede, doch er kennt auch ältere Menschen, sogar aus der eigenen AH-Mannschaft, denen das Risiko zu groß ist und die lieber zuhause bleiben.

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413 Tickets hat Miede in Göppingen verkauft, 50 Karten gingen nach Balingen, jeweils 18 Sportler hat er pro Team einkalkuliert. Macht unterm Strich 499. Genau so viele Menschen lässt die ab 1. August (bis 31. Oktober) geltende Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg bei Veranstaltungen zu. Hinzu kommen laut Verordnung noch „Mitwirkende an der Veranstaltung wie Trainer, Betreuer, Schiedsrichter sowie weiteres Funktionspersonal“.

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Bei den beiden anderen WFV-Pokal-Viertelfinalspielen an diesem Samstag wird genauso wie in Göppingen vorgegangen: Auch bei den Partien FV Ravensburg – SSV Ulm 1846 (15.30 Uhr) und TSV Pfedelbach – FV Löchgau (17 Uhr, in Öhringen) wird mit Zuschauern gespielt. Nur das Derby VfB Stuttgart II SG Sonnenhof Großaspach (5. August, 18 Uhr) findet im Robert-Schlienz-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Diese Regelung haben die beiden Vereine untereinander vereinbart.

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Alle acht Teams wollen beim WFV-Pokal-Finale am 22. August im Gazi-Stadion mit am Ball zu sein. Trotz eines Fassungsvermögens von 11 408 Zuschauern (davon 2211 Sitzplätze) werden maximal 500 Zuschauer auf der Waldau sein. Laut WFV werden keine Tickets in den freien Verkauf gehen. Der Sieger (vom VfB II abgesehen, der nicht teilnehmen darf) ist für den lukrativen DFB-Pokal qualifiziert. Das ist auch das große Ziel für Ingo Miede und seine Göppinger Mitstreiter. Auch wenn der Aufwand sich noch mal erhöhen würde: Für das Spiel gegen Zweitligist Erzgebirge Aue (11. bis 14. September) müsste der Vize-Meister der abgebrochenen Oberliga-Saison 2019/20 nach Großaspach ausweichen.

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