Hans-Jürgen Boysen (re.) nimmt den Neuaufbau in der Regionalliga in Angriff. Markus Lang bleibt im Trainerteam der ersten Mannschaft und ist auch für die U19 der SG Sonnenhof Großaspach verantwortlich. Foto: Baumann

Die Hoffnung basierte ohnehin nur noch auf blanker Theorie. Nach dem 1:2 gegen den SV Meppen ist der Abstieg von Drittligist SG Sonnenhof Großaspach auch rechnerisch nicht mehr zu vermeiden. Ist der sofortige Wiederaufstieg realistisch?

Aspach - Nun ist es amtlich: Nach dem 1:2 (1:0) gegen den SV Meppen kann die SG Sonnenhof Großaspach drei Spieltage vor Saisonende den Abstieg auch rechnerisch nicht mehr vermeiden. Nach sechs Jahren in der dritten Liga gibt es in der neuen Runde einen Neuanfang in der Fußball-Regionalliga. „Vom sofortigen Wiederaufstieg zu reden wäre vermessen“, sagt Sportdirektor Joannis Koukoutrigas, „aber unter den ersten Fünf wollen wir schon mitspielen.“ Klar ist, dass der bisherige Etat für die Mannschaft in Höhe von 2,1 Millionen Euro um 40 Prozent reduziert werden muss. Heilfroh ist der selbst ernannte „Dorfklub“, dass Hans-Jürgen Boysen als Trainer an Bord bleibt. Die fehlende Kontinuität auf der Trainerbank war einer der Gründe für den Absturz. Boysen war nach Oliver Zapel, dem Duo Heiner Backhaus/Mike Sadlo (nur drei Spiele im Amt) und der Übergangslösung Markus Lang (ihm fehlt die DFB-Fußball-Lehrer-Lizenz) die vierte Besetzung in dieser Saison.

Lesen Sie hier: SG Sonnenhof – zwischen Kult und Mauerblümchen

Es soll eine Etage professionell weitergehen, doch das duale System, in dem die Spieler Sport und Beruf verbinden, wird wieder stärker in den Vordergrund rücken. Zurück zu den Wurzeln, heißt das Motto im Fautenhau. „Die Werte, die unser Familienverein verkörpert, sind etwas abhanden gekommen“, räumt Koukoutrigas ein – und ergänzt: „ Wir brauchen noch mehr Typen, die bereit sind, sich bedingungslos den A... aufzureißen.“ Nur noch wenige Spieler wie Kapitän Julian Leist und Kai Gehring tragen die „Dorfklub“-DNA in sich, früher gab es in Daniel Hägele, Michele Rizzi, Pascal Breier, Pascal Sohm oder Shqiprim Binakaj einige Akteure mehr, die als Identifikationsfiguren taugten.

Lesen Sie hier: Julian Leist – zwischen Schule, Büro und Profifußball

Wie der künftige Kader konkret aussehen wird, ist offen. „Es gibt keinen radikalen Umbruch“, sagt Koukoutrigas, „zehn bis zwölf Spieler wollen wir halten.“ Darunter auch Leist, bei dem die Chancen nicht schlecht stehen, dass er bleibt. Ein kleiner Trost für die SG: In der Regionalliga gibt es immerhin württembergische Derbys gegen Aufsteiger VfB Stuttgart II, den VfR Aalen, den SSV Ulm 1846 und die TSG Balingen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: