Der Regionalverband hat drei Vorranggebiete für Windkraft in Böblingen identifiziert. Die Debatte der vergangenen Tage ging vor allem um die Fläche zwischen Diezenhalde und Maurener Tal. Allerdings gibt es noch zwei weitere.
Windkraft ja oder nein und wenn ja wo? Der Verband Region Stuttgart hat auf Böblinger Gemarkung drei Flächen identifiziert, die als Vorranggebiete für Windkraft infrage kämen. Vor allem um das Gebiet BB-14 zwischen Diezenhalde und Maurener Tal ist in den vergangenen Tagen eine Debatte entbrannt. Verschiedene Parteien gaben Stellungnahmen ab, zwei Petitionen – dafür und dagegen – sind im Umlauf. Nun wendet sich die Böblinger Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Öffentlichkeit.
Drei Vorranggebiete in Böblingen
Die Fraktion spricht sich dafür aus, alle drei vom Verband vorgeschlagenen Flächen als Vorranggebiet auszuweisen. Neben BB-14 geht es um einen Bereich südlich von Dagersheim und einen westlich von Musberg im Staatswald. Die Grünen weichen damit von der Empfehlung der Verwaltung ab. Die hatte im Technischen Ausschuss argumentiert, die Fläche bei Dagersheim eigne sich nicht, weil dort in der Nähe ein Aussiedlerhof steht. Die Grünen wiederum schlagen vor, die Fläche entsprechend anzupassen.
Grundsätzlich: „Wir halten Windräder auf der Gemarkung von Böblingen grundsätzlich für sinnvoll“, schreiben sie. Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sei wichtig für den Klimaschutz und damit auch für die Zukunft des Waldes und des Artenschutzes. Ebenso sieht die Fraktion in regionaler Energieerzeugung wirtschaftliche Vorteile. „Klimaschutz im Bereich der Energiewende gelingt nur, wenn alle Kommunen mitmachen“, heißt es.
Sondersitzung diesen Freitag
Die Entscheidung über die Vorranggebiete liegt bei der Regionalversammlung der Region Stuttgart, basiert aber auf den Stellungnahmen der Beteiligten. Die Stadt muss ihre noch einreichen. Ein Antrag von CDU, Freien Wählern und FDP im Technischen Ausschuss vergangene Woche, bringt die ursprünglich vorgesehene Formulierung ins Wanken. Sie fordern, BB-14 nicht als Vorranggebiet zu empfehlen. Wie die Stellungnahme der Stadt an den Verband schlussendlich lautet, entscheidet der Gemeinderat in einer Sondersitzung diesen Freitag.