Gruppenbild mit Grünen beim angeregten Gespräch in Korntal: Markus Rösler (Dritter von links), Wolf Ohl, Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Foto: factum/Granville

Die Grünen-Landtagskandidaten Markus Rösler und Thekla Walker waren zum Bürgergespräch in Korntal-Münchingen. Dabei ging es um ureigene grüne Themen – und natürlich Flüchtlinge.

Korntal-Münchingen - Die Diskussion mit den Bürgern war ihnen wichtig, deshalb haben sie keine langen Vorträge gehalten. Nichtsdestotrotz verwiesen die Landesvorsitzende der Grünen, Thekla Walker aus Stuttgart, und der Wahlkreisabgeordnete und Landtagskandidat Markus Rösler am Mittwochabend im Korntaler Bürgertreff auf ihre Erfolge und Ziele. Und sie machten dabei unmissverständlich klar: Die Grünen wollen weiter regieren – und Rösler (54) wieder einen und Walker (46) zum ersten Mal einen Sitz im nächsten Landtag erringen. Die Landesvorsitzende kandidiert im Wahlkreis Böblingen, Rösler im Strohgäu-Wahlkreis Vaihingen.

„Wir wollen den Modernisierungskurs fortsetzen. Uns steht eine spannende Wahl und eine Richtungsentscheidung bevor“, so Walker. In der Kleinkindbetreuung habe man erheblich mehr Plätze geschaffen, sagte die Dozentin für Naturpädagogik. Der Naturschutz sei ins Zentrum der Politik gerückt, etwa beim Naturpark Schwarzwald. In der Verkehrspolitik „haben wir aufgeräumt“ und die Energiewende ermöglicht. Ihr Fazit: „Das Land ist in hervorragender Verfassung.“

Betreuung für Flüchtlingskinder

Rösler stellte seine „langen Linien“ heraus, wie er seine Grundsätze und Einstellungen beschrieb: Finanzen und Ökonomie zum einen, zum anderen der Bereich Naturschutz und Ökologie. Die Vorgängerregierungen hätten auch noch in guten Zeiten Schulden gemacht, die jetzige habe in ihren Haushalten eine „Netto-Null“ erreicht. Die Grünen schreiben sich die Gemeinschaftsschule auf die Fahnen und 1000 neue Lehrerstellen.

Die Kinder- und Familienzentren sollen laut Walker weiter ausgebaut werden und nicht nur aus Kitas bestehen, sondern Beratung, Hilfe und ein Elterncafé anbieten. Ein weiteres Ziel müsse sein, in diesen Einrichtungen Flüchtlingskinder zu integrieren.

Das Thema Flüchtlinge dominierte zwar nicht den Abend, wurde aber durchaus diskutiert. „Diejenigen, die arbeiten können und wollen, sollten wir auf den Weg bringen“, sagte Walker, und ergänzte, „was wir zahlen, wie für Sprachunterricht, kommt doppelt und dreifach zurück.“

„Humanitäre Verantwortung“ gegenüber Flüchtlingen

Das Thema Flüchtlinge sei für sie beängstigend, meinte eine Zuhörerin und fragte „wie gehen wir damit um?“. „Wir haben eine humanitäre Verantwortung“, sagte Thea Walker; sie stehe hinter der Kanzlerin, die eine europäische Lösung suche. Im Land habe man jetzt „die Situation gut im Griff“, auch wegen des hervorragenden ehrenamtlichen Engagements. „Wir sind gut aufgestellt“, zur Zeit gebe es freie Kapazitäten. Sie habe eine „wahnsinnige Angst vor der AfD, nicht vor Flüchtlingen“, bekannte eine Zuhörerin. „Angst ist ein schlechter Ratgeber“, sagte Rösler dazu, man solle „emotional nicht aufgeregt“ sein und gute Sachargumente haben. Und er zitierte den Gerlinger Bürgermeister Georg Brenner mit dem Satz „Zivilcourage ist der beste Brandschutz“. Zur Partei Alternative für Deutschland meinte Walker: „Es gibt Rechtsradikale in der AfD.“

Über klassische Themen der Grünen, beispielsweise Verkehrspolitik, Ökolandbau oder Luftbelastung, wurde ebenfalls diskutiert – auch mit bekennenden Nicht-Wählern der Partei. Und die Kleingruppen an den Tischen hatten auch nach dem offiziellen Teil jede Menge Gesprächsstoff.

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