Bisher gibt es keinen Aufzug im Gerlinger VHS-Gebäude. Foto: factum/Granville

Markus Fink, der neue Leiter der Volkshochschule, hat sich und seine Pläne im Gemeinderat vorgestellt.

Gerlingen - Der Diplom-Pädagoge Markus Fink, der vor seiner Wahl zum neuen Volkshochschul (VHS)-Geschäftsführer in Gerlingen als Fachbereichsleiter bei der VHS in Celle bei Hannover tätig war, ist seit Anfang August als Nachfolger von Reinhard Neil im Amt. Am Mittwoch hat er sich den Stadträten präsentiert. Er stammt aus dem Allgäu und hat in Freiburg studiert.

So will Markus Fink auch den Bereich des Lernens für den Beruf stärken. „Nachholende Bildung“ eröffne neue Handlungsspielräume, sagte der 40-Jährige, als Anbieter sei die VHS prädestiniert.

Auch Sozialqualifikationen gehören dazu

Zur beruflichen Bildung gehöre nicht nur das Lernen fachspezifischer Bereiche, wie EDV oder Buchhaltung, mit den entsprechenden Zertifikaten als Abschluss. Als ein Beispiel nannte Fink einen ein Jahr dauernden intensiven Fortbildungskurs für Montessoripädagogik. Die Kursteilnehmer würden demnächst ihr Diplom ablegen. Zur beruflichen Bildung zähle auch, speziell für Führungskräfte oder solche, die es werden wollen, die Vermittlung der sogenannten Sozial- oder Schlüsselqualifikationen – dazu zählen Konferenzleitung und Gesprächsführung, aber auch Motivation von Mitarbeitern und die Mediation, also die Vermittlung bei Konflikten unter Kollegen. Auch in anderen Bereichen der Erwachsenenbildung könne man mehr tun, meinte Fink – zum Beispiel bei der Alphabetisierung. Das seien nicht nur Deutschkurse für Migranten, sondern auch solche für Menschen, die aus irgendeinem Grund nicht richtig lesen und schreiben könnten. Auch im Bereich der politischen Bildung stecke Potenzial.

Der neue VHS-Chef gab aber nicht nur Einblicke in seine inhaltlichen Pläne – er sprach auch das Haus der Volkshochschule an. Nächstes Jahr feiert die VHS ihr 25-jähriges Bestehen im alten Feuerwehrhaus. Das Haus sei „nicht komplett barrierefrei“, so Fink. Er regte an, über Verbesserungen nachzudenken – denn Teilnehmer, die „nicht mehr komplett auf den eigenen Beinen getragen werden“, hätten Probleme, in die oberen Unterrichtsräume zu kommen. Die Stufen im Eingangsbereich werden mit einer Rampe überwunden.

Ein Aufzug war vor 25 Jahren nicht möglich

Dies hätte „ein bewusster Anstoß“ sein sollen, meinte Fink nach der Sitzung zu unserer Redaktion. Es sei schon 1992 versucht worden, die Barrierefreiheit im Haus einzurichten – ein Aufzug damals aber nicht möglich gewesen. Der neue Geschäftsführer hofft nun, dass sich die Technik mittlerweile so verbessert hat, dass ein Aufzug jetzt möglich ist. Wenn sich Teilnehmer mit Handicap zu einem Kurs anmeldeten, versuche man, ihnen durch Raumtausch den Besuch zu ermöglichen. Es dürfe nicht vergessen werden, dass viele Teilnehmer im fortgeschrittenen Alter seien. „Ich habe welche mit Rollator gesehen.“

Stadtrat Gerhard Amos (Freie Wähler), der auf den Rollstuhl angewiesen ist, kommentierte in der Sitzung Finks Anstoß mit den Worten: „Ich habe gespannt zugehört.“ Das Haus sei nicht barrierefrei, die Rampe vor der Tür so gefährlich, dass er sie nicht benutze. Amos schlug vor, im Programmheft die Kurse, die barrierefrei zugänglich sind, entsprechend zu kennzeichnen.

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