VfB Stuttgart Der VfB spielt wieder international

Von Gregor Preiß 

Das sind die vorstellbaren WM-Fahrer des VfB Stuttgart. Foto: StN
Das sind die vorstellbaren WM-Fahrer des VfB Stuttgart. Foto: StN

Mit Emiliano Insua (Argentinien) und Benjamin Pavard (Frankreich) hat der VfB Stuttgart bald wieder zwei prominente Nationalspieler in seinen Reihen, die von der WM in Russland träumen. Damit sind sie beim VfB nicht allein.

Stuttgart - Viele VfB-Fans betrachten Spiele der deutschen Nationalmannschaft seit geraumer Zeit mit Wehmut. Timo Werner, Joshua Kimmich, Mario Gomez, Sami Khedira, Bernd Leno, Sebastian Rudy, Antonio Rüdiger – sie alle trugen einst das Trikot mit dem Brustring. Sie alle haben beim Club aus Cannstatt aber auch längst das Weite gesucht. Bis heute ist der aktuell beim FC Chelsea unter Vertrag stehende Rüdiger der letzte deutsche Nationalspieler in Diensten des VfB Stuttgart.

Und damit auch der letzte Stuttgarter Auswahlkicker aus einer der großen Fußball-Nationen. Das könnte sich aber bald wieder ändern. Mit Emiliano Insua und Benjamin Pavard wurden in dieser Woche gleich zwei Stuttgarter in prominente Auswahl-Teams berufen. Insua für Argentinien, Pavard für Frankreich. Träumen von der WM in Russland ist für die beiden acht Monate vor dem Turnier also erlaubt, auch wenn der Bundesliga-Alltag mit dem VfB an diesem Samstag (15.30 Uhr) beim Hamburger SV Vorrang hat.

Heimatgefühle kommen bei Insua und Pavard in der anstehenden Länderspielpause auf. Der 28 alte Linksverteidiger Insua reist mit der Albiceleste nach Russland, sein sieben Jahre jüngerer VfB-Kollege trifft mit der Equipe Tricolore zunächst in Paris auf Wales, ehe am 14. November (20.45 Uhr) in Köln das Kräftemessen mit der DFB-Elf ansteht.

„Ich liebe Dich, Argentinien!“

Im Land des WM-Gastgebers bestreiten die mit Ach und Krach qualifizierten Argentinier zwei Spiele gegen Russland und Nigeria. Nationaltrainer Jorge Sampaoli nominierte Insua für den verletzten Lucas Biglia vom AC Mailand nach. Was dem Linksfuß fast die Tränen in die Augen trieb. „Ich kann meine Freude kaum in Worte fassen“, schrieb Insua im Internet, „seit sechs Jahren habe ich davon geträumt.“ 2011 bestritt der Abwehrspieler sein vorerst letztes Länderspiel für die Himmelblauen, in der kommenden Woche könnte sein fünfter Einsatz folgen. Das Bekenntnis zum Heimatland auf jeden Fall steht: „Ich liebe Dich, Argentinien!“, schrieb Insua bei „Twitter“.

Mit weniger Pathos, aber genauso freudig fasste Benjamin Pavard seine Nominierung durch Frankreichs Nationaltrainer Didier Dechamps auf. „Ich bin sehr gerührt und stolz, das erste Mal dabei zu sein“, teilte der 21-Jährige mit. Zwei Jahre lang war der Lockenkopf für die französische U21 am Ball, nun also der nächste Karrieresprung samt sich mehrendem Marktwert für den Abwehrspieler, der für die Junioren-Auswahl der Grande Nation meistens im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kam. Erst kürzlich formulierte der talentierte Defensivspezialist seinen Wunsch, 2018 beim Schaulaufen der besten Kicker der Welt dabei zu sein.

Die Chancen stehen nicht schlecht. Genauso bei Insua, denn weder die Argentinier noch die Franzosen erleben gerade eine Blütezeit. Bis auf das 4:0 gegen die Niederlande spielte Frankreich eine höchst mäßige WM-Qualifikation, dem zweifachen Titelträger aus Südamerika gelang der Sprung nach Russland erst am letzten Spieltag dank dreier Tore von Lionel Messi. Während seiner jüngsten verletzungsbedingten Reise in die Heimat nahmen Insua und Nationalcoach Sampaoli Kontakt auf – entsprechend motiviert drängte Insua auf ein schnelles Comeback beim VfB.

Überraschungen jederzeit möglich

Einsatzzeiten im Verein sind unabdingbar für das Sehnsuchtsziel Russland. Weshalb auch andere VfB-Profis Blut geleckt haben. Daniel Ginczek zum Beispiel. „Eine ganz kleine Hoffnung habe ich vielleicht noch“, antwortete er in der „Bild“-Zeitung auf die Frage nach möglichen Länderspielen. Seine Begründung klingt nicht abwegig: „An Sandro Wagner kann man sehen, wie schnell es gehen kann.“ Auch Torhüter Ron-Robert Zieler hält mit seiner Vision nicht hinterm Berg. „Die Nationalmannschaft ist für mich noch nicht abgehakt – warum auch?“, formulierte der sechsfache Nationalspieler an die Adresse von Bundestrainer Joachim Löw.

Die Reihe potenzieller WM-Fahrer vom VfB lässt sich beliebig erweitern: Chadrac Akolo (Kongo) und Anastasios Donis (Griechenland) besitzen gute Chancen – sofern sich ihre beiden Länder qualifizieren. Sicher dabei ist Japan, und damit wohl auch Stürmer Takuma Asano. Marcin Kaminski stand zuletzt zumindest immer im Kader der ebenfalls qualifizierten Polen. Außenseiterchancen werden Josip Brekalo (Kroatien, falls in Russland dabei), Santiago Ascacibar (Argentinien) sowie Carlos Mané (Portugal) eingeräumt. Und warum sollte nicht auch nochmal die Stunde des aktuell verletzten Holger Badstuber schlagen?

So oder so: Der VfB spielt international wieder eine Rolle. Wenn auch vorerst nur über seine Nationalspieler.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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