Seine Übersicht und seine Kommandos fehlten den Kickers zuletzt: Abwehrchef und Kapitän Tobias Feisthammel. Foto: Baumann

Kapitän Tobias Feisthammel äußert sich vor dem letzten Heimspiel der Kickers in dieser Oberliga-Saison gegen den SV Spielberg über die Chancen auf ein Comeback und mögliche Maßnahmen, das Team wieder aufzurichten.

Stuttgart - Nur einen Sieg haben die Stuttgarter Kickers aus den vergangenen fünf Spielen in der Fußball-Oberliga geholt. An diesem Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen Schlusslicht SV Spielberg sind drei Punkte Pflicht, um im Aufstiegsrennen nicht weiter an Boden zu verlieren. Kapitän Tobias Feisthammel gibt Einblicke ins Innenleben der Mannschaft.

Herr Feisthammel, wie groß sind die Chancen, dass Sie am Samstag wieder spielen können?

Dies wird sich erst im Laufe der Woche entscheiden. Wir müssen den weiteren Heilungsverlauf abwarten und ich im Kopf zu 100 Prozent bereit sein, in die Zweikämpfe zu gehen.

Beim 2:4 in Villingen saßen Sie bereits auf der Bank. Nur als Maskottchen?

Bei mir waren nach meiner Verletzung am 6. April im Spiel gegen den TSV Ilshofen zwei Außenbänder und ein Innenbandriss gerissen. Zudem macht mir Flüssigkeit im Knochen nach wie vor etwas zu schaffen. Von daher war es ohnehin sehr früh, dass ich beim Spiel in Villingen im Kader stand. Dass ich auf der Bank saß, hatte auch eine psychologische Komponente. Leider blieb sie ohne Wirkung.

Warum?

Nach unserem klasse Spiel in Freiberg kam es knüppeldick für uns. Pedro Astray fiel aus, gegen den FV Ravensburg kam nach kurzer Zeit Patrick Auracher dazu. Da ich auch nicht dabei war, fehlen drei Spieler mit Erfahrung, die auch eine gewisse Sicherheit auf die Nebenleute ausstrahlen. Das soll aber keine Entschuldigung sein, dass wir in zwei Spielen acht Gegentore bekommen.

Da Patrick Auracher weiter fehlt und frühestens am 30. Mai gegen den FSV 08 Bissingen wieder am Ball sein kann und Daniel Niedermann gesperrt ist, wäre Ihre Rückkehr gegen Spielberg umso wichtiger.

Ich habe Vertrauen in alle Spieler in unserem Kader, aber klar dass die Rückkehr von uns Routiniers schon hilfreich und wünschenswert ist.

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Zumal im Abwehrzentrum klare Kommandos wichtig sind.

Klar ist das wichtig. Und ich bin als Kapitän auch das Sprachrohr auf dem Platz. Zudem entspricht es meinem Naturell, klare Anweisungen zu geben, die Nebenleute anzuleiten, Spieler aufzubauen oder, wenn es sein muss, auch mal einen zusammenzufalten. Diese lautstarke Komponente habe ich in Villingen schon etwas vermisst.

Kommt es am Samstag gegen ein mutmaßlich tief stehendes Tabellen-Schlusslicht SV Spielberg denn überhaupt so sehr auf die Defensive an?

Gegen jeden Gegner müssen wir in allen Mannschaftsteilen hellwach sein und unsere Aufgaben erledigen. Auch die Abwehr muss gegen Spielberg wieder stabil sein.

Die Mannschaft dürfte nach acht Gegentoren in zwei Spielen und dem Verlust der Tabellenführung auch mental angeschlagen sein. Planen Sie als Kapitän diesbezüglich besondere Maßnahmen?

Wir machen uns durchaus Gedanken, wie wir insgesamt etwas optimieren können. Zwischen den Spielen in Göppingen und in Freiberg haben wir uns dazu schon einmal zusammengesetzt.…

…ein gutes Omen…

Ja. Nach dem 0:1 gegen Backnang und dem 0:0 in Göppingen haben wir in Freiberg sehr gut gespielt und 1:0 gewonnen. Von daher müssten wir uns auch vor dem Spielberg-Spiel wieder in der Kabine treffen, uns konstruktiv austauschen und uns auch mal knallhart die Meinung sagen. So etwas gehört im Mannschaftssport dazu.

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Wie schätzen Sie die Ausgangslage drei Spieltage vor Schluss ein?

So extrem viel hat sich für uns nicht geändert. Wir möchten die nächsten drei Spiele gewinnen.

Haben Sie selbst schon einmal Relegation gespielt?

Ja. Mit der SV Elversberg ging es gegen den FSV Zwickau um den Aufstieg in die dritte Liga.

Sie sind in der Winterpause der Saison 2017/18 vom VfB Stuttgart II zu den Kickers gekommen. Wenn Ihnen damals jemand gesagt hätte, es kommt womöglich in der Saison 2019/20 zu einem Derby dieser beiden Teams in der Oberliga. Was hätten Sie entgegnet?

Ich hätte dies damals nicht für möglich gehalten. Aber nach wie vor bin ich zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir in die Regionalliga aufsteigen. Für den VfB II wird es in der Regionalliga sehr schwer, es ist jetzt auch vom Drittliga-Klassenverbleib der SG Sonnenhof Großaspach abhängig, aber wir sind gut beraten, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Wir haben jetzt drei enorm wichtige Spiele.

Wenn Sie Zweiter werden, kommen noch zwei weitere hinzu.

Genau. Mit dieser Herausforderung würden wir uns allerdings erst dann beschäftigen, wenn es so weit ist.

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