Landtagspräsident Guido Wolf schreibt am Mittwoch ins Kondolenzbuch. Foto: Peter Petsch

Der Tag des Abschieds vom populären Stuttgarter Altoberbürgermeister Manfred Rommel ist gekommen. Heute findet in der Stiftskirche die Trauerfeier für den Verstorbenen statt. Die Beisetzung soll ganz privat sein.

Der Tag des Abschieds vom populären Stuttgarter Altoberbürgermeister Manfred Rommel ist gekommen. Heute findet in der Stiftskirche die Trauerfeier für den Verstorbenen statt. Die Beisetzung soll ganz privat sein.

Stuttgart - Was werden die Menschen wohl nach seinem Tod sagen? Das hatte sich Stuttgarts Alt-OB Manfred Rommel, humorvoll wie er war, schon bei der Feier zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2008 gefragt. Lob und Ehrerbietung schienen ihm damals nicht mehr steigerbar zu sein. Am heutigen Donnerstag wird es sich weisen. Um 11 Uhr beginnt in der Evangelischen Stiftskirche die Trauerfeier für ihn. Rund 800 Gäste werden erwartet. Die Stadtverwaltung rechnet unter anderen mit den Ex-Ministerpräsidenten Lothar Späth, Erwin Teufel und Stefan Mappus, mit dem Bischof der Katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, mit Barbara Traub von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, mit Herzog Friedrich von Württemberg und mit dem Präsidenten des Städtetags, dem Nürnberger OB Ulrich Maly.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der amtierende OB Fritz Kuhn (beide Grüne) und Rommels unmittelbarer Nachfolger Wolfgang Schuster (CDU) werden das Wesen und Wirken von Rommel würdigen. Claus Peymann, früherer Intendant des Staatstheaters Stuttgart, hätte ebenfalls reden und Rommel für seinen Mut danken wollen. Der Theatermann, den Rommel in der Terrorismuszeit gegen Kritik aus der CDU in Schutz genommen und im Amt gehalten hatte, kam aber nicht zum Zuge. Die Familie habe sich eine kompakte Trauerfeier mit wenigen Rednern gewünscht, bestätigte der Sprecher der Stadt, Andreas Scharf, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Predigt wird der Evangelische Landesbischof Frank Otfried July halten. Er hat bereits nach der Nachricht von Rommels Tod im Alter von 84 Jahren, am Donnerstagnachmittag vergangener Woche, um „eine der großen Identifikations- und Integrationsgestalten der letzten Jahrzehnte“ getrauert.

Beisetzung zu einem anderen Zeitpunkt

Der Südwestrundfunk traf in den letzten Tagen Vorbereitungen, dass eine breitere Öffentlichkeit die Trauerfeier für den toten Publikumsliebling unter den deutschen Politikern mitverfolgen kann: von 11 Uhr an live im dritten Fernsehprogramm. Etwa 1000 Menschen werden in die katholische Domkirche St. Eberhard in der Königstraße 7 kommen können. Dorthin wird die Feier auf eine Großbildleinwand übertragen. Auch im Internet ist sie unter www.stuttgart.de zu verfolgen.

Die geladenen Gäste werden nach der Trauerfeier Gelegenheit haben, sich bei einem Empfang der Stadt und des Landes im Rathaus zu treffen, sich auszutauschen und sich zu stärken.

Wenn für die Öffentlichkeit die Trauerfeier vorüber ist, werden für die Witwe Liselotte Rommel, ihre Tochter Catherine und die übrige Familie die schweren Stunden des Abschieds noch nicht vorbei sein. Die Beisetzung werde zu einem anderen Zeitpunkt sein, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Es werde sich um eine Urnenbeisetzung auf dem Sillenbucher Ostfilderfriedhof handeln. Dort stellt die Stadt ihrem zweiten Oberbürgermeister der Nachkriegszeit und ihrem Ehrenbürger ein Ehrengrab. Die Stadt kommt in diesen Fällen für die Pflege und den Unterhalt auf – mindestens 30 Jahre, oft auch länger.

Am Mittwoch hatte sich im Rathaus ein weiterer Spitzenpolitiker aus dem Land in das Kondolenzbuch eingetragen. Landtagspräsident Guido Wolf (CDU) schrieb: „Wir vermissen einen Politiker, der es verstand, Visionen zu entwickeln. Wir vermissen einen Menschen, der es vermochte, Nähe zu schaffen. Wir vermissen ein liebenswertes Original. In aufrichtiger Mittrauer Guido Wolf.“

Je zwei Kondolenzbücher werden auch während der Trauerfeier an den Eingängen der Stiftskirche und der Domkirche aufliegen. Bis Freitag können sich die Stuttgarter auch noch im Rathaus und in den Bezirksrathäusern zu den üblichen Öffnungszeiten eintragen. Das Online-Kondolenzbuch ist noch über das kommende Wochenende freigeschaltet. Alle Bücher werden später der Familie Rommel übergeben. Die Trauerbeflaggung in Stuttgart zu Ehren von Rommel endet mit dem Tag der Trauerfeier.

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