Sitzgruppen und Spielplätze sind beliebte Treffpunkte. Dementsprechend oft bleibt dort Müll liegen. Foto: Archiv Sandra Hintermayr

Der Gemeinderat hat für das Konzept „Sauberes Stuttgart“ mehr Geld bewilligt. Die Bezirksvorsteher in Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Möhringen haben die Schmuddelecken ihrer Stadtteile bereits ausgemacht.

Möhringen/Vaihingen - Die Stadt soll sauberer werden. Das ist das Ziel des Konzepts „Sauberes Stuttgart“, welches die Verwaltung im August 2017 vorgestellt hatte. Der Gemeinderat hat bei seinen Haushaltsberatungen im Dezember beschlossen, die Ausgaben für die Stadtreinigung deutlich zu erhöhen. Die Stadt wird bis im Jahr 2023 rund 55 Millionen Euro zusätzlich für die Reinigung von Straßen, Gehwegen, Spielplätzen und Grünflächen investieren, also etwa zehn Millionen Euro pro Jahr zusätzlich. Allein beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) sollen 99 zusätzliche Stellen geschaffen werden.

Teil des Konzepts sind neben der umfangreicheren Stadtreinigung auch eine verstärkte Prävention, mehr Kontrollen und eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit. Zudem sollen die Reinigungsintervalle verkürzt, neue Fahrzeuge eingesetzt sowie größere und mehr Abfallkörbe aufgestellt werden – und zwar nicht nur in der Stadtmitte, sondern in allen Stadtbezirken.

Speisereste locken Ratten an

Bereits ab 2018 sollen erste Maßnahmen ergriffen werden. Am 14. Dezember des vergangenen Jahres fand ein Treffen mit AWS-Geschäftsführer Thomas Heß statt, bei dem die anwesenden Bezirksvorsteher gebeten wurden, eventuelle Schwerpunkte und Müll-Hotspots aus ihren jeweiligen Stadtbezirken bis Mitte Januar der AWS zu melden. Für Vaihingen war die stellvertretende Bezirksvorsteherin Ursula Schrödl bei dieser Besprechung. Im Nachgang hat sie eine Liste aufgesetzt, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht. Im Ortszentrum ist der Bereich rund um das Bezirksrathaus ein Schwerpunkt. Zudem sieht es im Bereich zwischen Feuerwehrhaus, der Alten Kelter und dem dortigen Spielplatz oft unschön aus. Auch die Parkplätze an der Straße Im Langen Hau in Rohr sind mit Laub und Abfall zugemüllt, ist Schrödl zugetragen worden.

Zudem beklagen Anwohner oft den Müll im Rosental. Am Vaihinger Markt sind insbesondere die Grünflächen und Blumenrabatten ein Problem. Hier würden öfters Ratten beobachtet, erklärt das Bezirksamt. „Wenn die Leute Speisereste und Essensverpackungen liegen lassen, lockt das natürlich die Ratten an“, sagt Meinhardt. Generell seien Orte, die die Bürger als Treffpunkte nutzen, oftmals Müllschwerpunkte.

Müll vermehrt sich

Und: Müll tendiere dazu, sich zu vermehren. „Wo einmal einer was hat liegen lassen, werfen auch andere ihren Müll hin“, sagt Meinhardt. Das bestätigt die Möhringer Bezirksvorsteherin Evelyn Weis. „Wo was liegt, kommt schnell anderer Müll dazu. Wo nichts ist, gibt es auch diesen Nachahmungseffekt nicht.“

Mehr Mülleimer gerade an Sitzgelegenheiten könnten Abhilfe schaffen. „Man sollte meinen, dass mehr Mülleimer auch mehr genutzt werden. Aber man muss die Leute auch darauf aufmerksam machen“, sagt Wolfgang Meinhardt, der selbst einige Jahre bei der AWS tätig war. Prävention durch Aufklärung, auch in der Schule und im Kindergarten, sieht er als wichtigen Bestandteil des Konzepts für ein sauberes Stuttgart. „Auch wenn es mühselig ist, das muss miteinander einhergehen“, sagt Meinhardt. „Man braucht beides; das Angebot, den Müll ordnungsgemäß entsorgen zu können, und die Aufklärung.“

Aufklärung schon im Kindergartenalter

Evelyn Weis begrüßt das neue Konzept ebenfalls. „Die Eigenverantwortung fehlt leider bei vielen Menschen. Es ist wichtig, Kindern schon früh beizubringen, dass man seinen Müll nicht einfach liegen lässt.“ Weis hat in den vergangenen Monaten Hinweise der Bürger gesammelt, wo es durchaus sauberer sein könnte. „Wir haben keine Müllschwerpunkte, wie es sie in anderen Stadtbezirken gibt“, sagt Weis.

Dennoch: Einige Stellen fallen den Bürgern hin und wieder ins Auge. Dazu zähle etwa der Fußweg von der Holdermannstraße in Richtung Rembrandtstraße im Ortszentrum, der Richterplatz beim Hotel Körschtal und der Hang zur B27 auf dem Fasanenhof nahe des Hochhauses „Fasan 2“ am Europaplatz. Auch über Müll an der Haltestelle „Riedsee“ klagten einige Bürger, ebenso im Umfeld der Flüchtlingsunterkünfte. Auch an der Filderbahnstraße und der Vaihinger Straße, vor allem nahe des Stadtparks und bei Sitzbänken lässt hin und wieder jemand seinen Abfall liegen. „Besonders dort, wo Gastronomiebetriebe und Imbisse sind“, sagt Weis.

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