Der Dortmunder Kai Stork bringt Kaltental ins Internet. Foto: Alexandra Kratz

Wie kommt ein 23-jähriger Student aus Dortmund auf die Idee, einen Internetauftritt für den kleinen und beschaulichen Stuttgarter Stadtteil Kaltental zu gestalten?

Kaltental - Kai Stork wohnt dort, wo Kaltental weniger schön ist: Direkt an der Böblinger Straße. Die Stadtbahnen quietschen unmittelbar an den Häusern vorbei. Besonders an den schönen Sommertagen sei das schon manchmal nervig, sagt der 23-Jährige. Ursprünglich kommt er aus Dortmund, doch für sein Studium an der Hochschule der Medien (HdM) hat es den jungen Mann nach Stuttgart verschlagen. Und Kaltental hat es ihm trotz manch unschöner Seite irgendwie angetan. Darum hat er einen Internetauftritt für den Stadtteil entworfen. „Ich wohne nun seit etwa eineinhalb Jahren hier, weiß aber noch immer nicht viel über den Ort“, sagt Stork. Das sei ein Beweggrund für die neue Website gewesen.

Für Stork ist es aber auch ein Projekt, um neue Techniken beim Gestalten von Internetauftritten zu erlernen. Denn der HdM-Student hat zusammen mit zwei Freunden eine kleine Firma gegründet, die genau das für kleine und mittelständische Unternehmen anbietet. Stork und seine Kumpels haben schon einige Websites und Online-Shops gestaltet. Reich sind sie damit nicht geworden. Das Geld, was sie verdient haben, haben sie größtenteils wieder in ihre Firma gesteckt. „Uns geht es eher darum, zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln“, sagt Stork.

Kai Stork hat sein Projekt zu einem günstigen Zeitpunkt gestartet

Wer auf die Internetseite www.stuttgart-kaltental.de geht, sieht zunächst ein malerisches Foto mit viel Grün, aus denen die Häuserdächer und der markante Turm der evangelischen Kirche an der Schwarzwaldstraße hervorspitzen. Für Stork ist die Website vor allem eine Anlaufstelle für die Kaltentaler. Sie sollen sich über die verschiedenen Angebote und Veranstaltungen im Ort informieren können. Und die im Stadtteil ansässigen Unternehmen und Dienstleister können sich präsentieren. Die Seite solle eine Art Schwarzes Brett sein, sagt Stork.

Er hat sein Projekt zu einem günstigen Zeitpunkt gestartet. Denn seit Kurzem ist der Stadtteil ein Sanierungsgebiet, das nun mit Fördermitteln von Bund und Land aufgewertet werden soll. „Die Kaltentaler beschäftigt dabei vor allem die Teilung des Stadtteils in einen evangelischen und einen katholischen Hügel. Sie wünschen sich, dass die beiden Teile enger zusammenrücken. Die gemeinsame Internetseite für alle Kaltentaler soll die beiden Berge digital schon mal verbinden“, sagt Stork. Dazu passt, dass er bei der Auftaktveranstaltung zu bevorstehenden Stadtteilsanierung am 8. Juli im evangelischen Gemeindesaal seine Internetseite noch einmal vorstellen möchte.

Etwa 50 Stunden ehrenamtliche Arbeit hat der Student bereits in den Webauftritt gesteckt. Einige Inhalt hat er schon zusammengetragen. Nun hofft Stork auf die Mithilfe der Kaltentaler. „Wer etwas beitragen kann, Anregungen oder Verbesserungsschläge hat, soll sich melden“, sagt er. Zunächst ist er es, der die Texte einstellt. Es ist keine offene Plattform, auf der jeder etwas veröffentlichen kann. Sollte die Resonanz aber groß sein, will Stork das Konzept noch einmal ändern.

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