Dieses Faltblatt wird in dieser Woche in ganz Kaltental verteilt. Foto: Alexandra Kratz

Warum es der Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart wichtig ist, einen kleinen Laden zu unterstützen.

Kaltental - Am Donnerstag ist 31. Geburtstag gewesen. Das ist keine runde Zahl, aber doch ein Grund zum Feiern. Seit 1988 bieten Ilona und Abbas Khalil in dem kleinen Laden an der Hirsauer Straße 22 alles an, was man fürs Leben braucht, von A wie Apfel bis Z wie Zahnpasta. „Die Khalils sind eine Institution. Der Laden ist persönlich, er ist familiär, er ist ein richtiger Treffpunkt“, lobt der Stadtteilmanager Torsten von Appen. Seine Aufgabe ist es unter anderem, das vom Gemeinderat vor einigen Jahren beschlossene Konzept „Nahversorgung konkret“ umzusetzen. Das Ziel ist es, dass alle Bürger der Stadt sich fußläufig mit den Dingen des täglichen Bedarfs versorgen können. Unter fußläufig ist dabei eine Strecke von maximal 500 Metern zu verstehen.

Nahversorger für 2500 Einweohner

Dieses Ziel ist längst nicht überall erfüllt – auch in Kaltental nicht. Um so wichtiger sei es, sagt von Appen, den Feinkost- und Frischemarkt zu unterstützen. Die Stadt Stuttgart tut das, indem sie in Kooperation mit dem Ladeninhaber Flyer hat drucken lassen. „An unserem Standort können wir die Nahversorgung für 2500 Einwohner gewährleisten“, heißt es in dem Prospekt. Dort ist auch das Sortiment aufgeführt. Und das Ehepaar weist auf seinen „Treffpunkt unter der Linde“ hin. Jeden Freitag von 15 Uhr an, lädt Khalil zu einem gemütlichen Beisammensein im Laden oder, bei schönem Wetter, auf der kleinen Terrasse ein. Der Flyer liegt aktuell in dem Geschäft aus. Am Montagabend soll er in allen Briefkästen auf dem katholischen Berg liegen. Am Dienstag wird das Faltblatt auf dem evangelischen Berg verteilt.

Letzteres ist Abbas Khalil besonders wichtig. „Hier bei uns auf dem Berg kennt uns fast jeder. Aber drüben eben noch nicht“, sagt er. Und es gehe darum, sich bei den Neubürgern im Stadtteil vorzustellen. Zudem will Abbas Khalil seinen Kaffeenachmittag am Freitag bekannter machen. „Das ist vor allem ein Angebot für Senioren. Die sollen keine Scheu haben vorbeizukommen“, sagt Khalil. Dem Inhaber ist es wichtig, immer mal wieder etwas Reklame zu machen. „Unserem Geschäft geht es gut. Aber es darf nicht einschlafen. Man muss im Gespräch bleiben und darum immer wieder etwas für die Belebung tun“, weiß der Geschäftsmann. Darum ist sein Laden seit vier Wochen im Internet bei Instagram zu finden. Das ist eine virtuelle Plattform, auf der die Nutzer insbesondere Fotos einstellen. „Das hat uns viele neue junge Kunden gebracht“, sagt Abbas Khalil. Einige der noch druckfrischen Prospekte will er sich für den Herbst aufbewahren. Dann gehe die Nachfrage erfahrungsgemäß immer etwas zurück, und dann habe er etwas zum Nachlegen.

Ein Signal setzen

Der Stadtteilmanager betont: „Zum Glück denkt die Familie Khalil nicht ans Aufhören. Es wäre fatal, wenn dieser Eindruck entsteht.“ Es gehe also in keiner Weise darum, Werbung zu machen, damit der Laden überleben könne. Vielmehr gehe es darum, ein Signal zu setzen, zu zeigen, dass es den kleinen Laden mit seinem großen Sortiment und den vielen Besonderheiten immer noch gebe. Denn wenn die Familie Khalil einmal aufgeben würde, dann werde es ungleich schwerer, diesen Laden wieder an den Mann zu bringen. „Das muss den Menschen in Kaltental klar sein“, betont von Appen. Für alle kleineren Angebote in den Ortsteilen gelte, dass es nicht ausreichend sei, dort lediglich die frischen Brezeln zu kaufen und den großen Wocheneinkauf beim Discounter zu erledigen. Aus diesem Grund sei zum Beispiel der Wochenmarkt im Dachswald gescheitert.

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