Im Herbst 2018 rücken die Bagger an der Egilolfstraße 48 an. Foto: Jacqueline Fritsch

Die Alte Bauernschule in Birkach wird abgerissen. Das Gebäude ist marode, eine Sanierung lohnt sich nicht. Nun müssen sich die Studenten aus dem Wohnheim und die Kinder aus der Kita Kleinstein eine neue Bleibe suchen.

Birkach - Zehn Kinder im Alter zwischen einem halben Jahr und drei Jahren sowie 48 Studenten der Universität Hohenheim müssen spätestens im Herbst kommenden Jahres umziehen. Grund dafür ist der Abriss der Alten Bauernschule an der Egilolfstraße 48 in Birkach. Seit 2003 mietet das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim die Bauernschule vom Landesbauernverband Baden-Württemberg. Im Herbst 2018 läuft der Vertrag aus. Dann sollen die Bagger anrücken.

Eine Sanierung lohnt sich nicht mehr

„Es besteht immenser Sanierungsbedarf in dem Gebäude – und eine Sanierung lohnt sich nicht mehr“, erläutert Ariane Amstutz, Sprecherin des Landesbauernverbands. Auf dem Gelände will der Landesbauernverband einen Neubau errichten. In welchem Umfang dieses künftig genutzt wird, steht laut Amstutz aber noch nicht fest. Nun müssen bis Herbst 2018 zunächst einmal die 48 Studenten, die in dem Wohnheim in der Alten Bauernschule untergebracht sind, umziehen. Geplant ist, dass die Studenten in dem Gästehaus auf dem Gelände des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWVG) an der Ecke Welfenstraße/Steckfeldstraße in Birkach unterkommen. Nicole Lang, die Sprecherin des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim, erläutert: „In dem bisherigen Gästehaus des Genossenschaftsverbands sollen zum Wintersemester 2018/2019 rund 50 neue Wohnheimplätze entstehen.“ Damit werde ein Ausgleich geschaffen für den Verlust der 48 Wohnheimplätze in der Bauernschule.

Auch für die Kinder der Kita Kleinstein, die in der Alten Bauernschule untergebracht sind, gibt es bereits eine Lösung: Die zehn Zöglinge von Beschäftigten der Universität ziehen rund 200 Meter weiter in die Räumlichkeiten der privaten Eltern-Kind-Gruppe Hohenheimer Küken an der Egilolfstraße 37. Die Eltern jener zehn Kleinen sind derzeit noch auf der Suche nach einer Ausweichmöglichkeit.

Die Hohenheimer Küken müssen Platz schaffen für die Kita Kleinstein

Das Studierendenwerk betreibt nämlich zwei Kindertagesstätten auf dem Campus der Uni Hohenheim: eine in der alten Bauernschule und eine in den Räumen neben den Hohenheimer Küken an der Egilolfstraße 37. Nun will das Studierendenwerk beide Kitas zusammenlegen – und dafür müssen die Hohenheimer Küken bis Ende Februar 2018 Platz schaffen.

Ebenfalls noch kein Ausweichquartier gibt es für die regelmäßig zu Beginn des Wintersemesters eingerichtete Notunterkunft für Studierende: Wer bis zum Semesterstart immer noch kein Zimmer gefunden hat, konnte bisher im Oktober und November in der Alten Bauernschule nächtigen. Dieses Angebot galt allerdings nur für maximal fünf Studenten. „Das Studierendenwerk ist noch auf der Suche nach geeigneten alternativen Räumlichkeiten für die Notunterkunft“, sagt Lang.

Seit 1955 gibt es die „ländliche Heimvolksschule“

Neben dem Studierendenwerk nutzt auch die Universität Hohenheim zwei Räume in der Alten Bauernschule. Die Uni hat den Gymnastiksaal und den Hörsaal 27 vom Studierendenwerk gemietet. Vom kommenden Jahr an werden die Veranstaltungen, die dort stattfinden, in die ehemalige Geno-Akademie an der Steckfeldstraße 2 ziehen.

Bevor die Alte Bauernschule vom Studierendenwerk gemietet wurde, war das Gebäude übrigens ein Bildungshaus. Es wurde im Jahr 1955 als „ländliche Heimvolksschule“ errichtet, berichtet die Sprecherin des Landesbauernverbands. Als im Jahr 1989 die damaligen zwei Bauernverbände in Baden-Württemberg fusionierten, entschloss man sich einige Jahre später dazu, die Bauernschule in Bad Waldsee (Kreis Ravensburg) statt jene in Stuttgart zu fördern. Einige Jahre lang wurde das Gebäude in Birkach für berufs- und arbeitspädagogische Kurse genutzt. Im Jahr 2002 zog dann das Studierendenwerk ein.

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