Die Arbeiten für den Tiefbahnhof in Stuttgart haben begonnen. Die Gegner wollen, dass die Stadt aus der Finanzierung aussteigt Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Zwei Jahre nach der Kostenexplosion des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben dessen Gegner 20 000 Unterschriften zusammen, um einen Ausstieg der Stadt aus der Finanzierung zu fordern.

Stuttgart - Zwei Jahre nach der Kostenexplosion des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben dessen Gegner 20 000 Unterschriften zusammen, um einen Ausstieg der Stadt aus der Finanzierung zu fordern.

Die Unterschriften, unter der Überschrift „Storno  21“ gesammelt, sollen am Mittwoch, 17. Dezember, im Rathaus an OB Fritz Kuhn (Grüne) übergeben werden. „Jeder Kaufvertrag für einen Kühlschrank ist kündbar, wenn der Verkäufer plötzlich einen um die Hälfte höheren Kaufpreis ansetzt“, sagt Egon Hopfenzitz, der langjährige Leiter des Stuttgarter Hauptbahnhofs und einer der Vertrauensleute des nun dritten Bürgerbegehrens gegen das Projekt, das aus 60 Kilometer Strecke, Flughafenbahnhof und dem Durchgangsbahnhof in Tieflage besteht.

Bahn-Chef Rüdiger Grube und der ­Infrastrukturvorstand Volker Kefer hatten im Dezember 2012 einräumen müssen, dass sich das Bauvorhaben von 4,5 auf voraussichtlich 6,5 Milliarden Euro verteuern werde – auch, weil die Bahn schlecht geplant hat. Die Gegner fordern mit ihrem Bürgerbegehren, dass der Gemeinderat einen Bürgerentscheid einleitet. Er soll das Ziel haben, den noch auf 4,5 Milliarden Euro lautenden Finanzierungsvertrag zu kündigen. Kuhn sowie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Finanzminister Nils Schmid (SPD) werfen sie vor, „letztendlich den Steuerzahler für die Mehrkosten aufkommen zu lassen“.

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