Stuttgart 21 Probleme bei der Durchbindung des Tiefbahnhofs

Von Konstantin Schwarz 

Der Tiefbahnhof in der Stadtmitte soll Durchbindungen der bisher in Stuttgart endenden Züge ermöglichen. Foto: Manfred Storck
Der Tiefbahnhof in der Stadtmitte soll Durchbindungen der bisher in Stuttgart endenden Züge ermöglichen. Foto: Manfred Storck

Der Fernverkehr setzt den Rahmen für die schwierige Verknüpfung des Nahverkehrsangebots im Tiefbahnhof. In einem bestimmten Fall würde dann der Duchgangsbahnhof quasi zum Kopfbahnhof.

Stuttgart - Der neue Tiefbahnhof des Projekts Stuttgart 21 soll Regionalverbindungen ermöglichen, die im Kopfbahnhof bisher „in diesem Umfang gar nicht reibungslos durchzuführen“ wären, heißt es in einer Darstellung der Bahn. Bisher fahren hier endende Züge an ihren Ausgangspunkt zurück. Der Durchgangsbahnhof soll neue Verbindungen ermöglichen. Die Durchmesserlinien bedeuteten, dass die Fahrgäste „bis zu ihrem Reiseziel sitzen bleiben“ könnten. In der umfangreichen Broschüre verspricht die Bahn dadurch Fahrzeitverkürzungen.

Das Verkehrsministerium hatte auf Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Martin Rivoir schriftlich erklärt, dass die bei Stuttgart 21 beabsichtigten Durchbindungen, also die Verknüpfung und Weiterführung von Linien, im Tiefbahnhof wegen der Gestaltung des Fernverkehrs schwierig sei. Die Fernzüge haben Vorrang, für den Nahverkehr müssen dann „exakt vertakteten Fahrlagen“ gefunden werden. Das sei schwierig, weil der Fernverkehr keinen systematischen Halbstundentakt aufweise, sondern es „zu je nach Stunde unterschiedlichen Minutenlagen“ komme.

Ministerium äußert sich nicht weiter

Am Montag, keine zwei Wochen nach der Beantwortung der Rivoir-Anfrage, teilte das Ministerium mit, dass man davon ausgehe, dass die vorgesehenen Durchbindungen realisiert würden. Am Dienstag wollte sich das Ministerium von Winfried Hermann (Grüne) „jetzt nicht zu Problemlösungen äußern, die wir nicht in Anspruch nehmen wollen“.

Wenn die Fernverkehrsverbindungen im Tiefbahnhof nicht umkurvt werden könnten, würde eine Problemlösung greifen müssen, die den achtgleisigen Durchgangsbahnhof fahrtechnisch zu einem Kopfbahnhof werden ließe. Um die Züge, die von Horb nach Heilbronn oder von Tübingen nach Aalen durchfahren oder durchgebunden werden sollten, wieder an ihren Ausgangsort zurückfahren, müssten sie über die Tunnelverbindung zum Abstell- und Wartungsbahnhof in Untertürkheim gefahren werden und dort auf ihren Abruf für die Rückreise warten. Die versprochenen Vorteile der Durchbindung gäbe es nicht mehr.

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