Der Parkhausbetreiber Q-Park hat die Gebühren in der Schwabengalerie erhöht. Das Centermanagement versucht nun, die alten Preise wieder herzustellen. Foto: Sandra Hintermayr

Angekündigt waren die höheren Gebühren in der Tiefgarage der Schwabengalerie in Stuttgart-Vaihingen lediglich für die Weihnachtszeit. Nun liegen sie immer noch 40 Cent über den alten Parkkosten. Die Kunden sind verärgert.

Vaihingen - Es ist Mitte Januar, und das Parken in der Tiefgarage der Schwabengalerie kostet noch immer 2,20 Euro pro Stunde. „Dabei ist die Weihnachtszeit lange vorbei“, sagt Waltraud Hein. Sie ärgert sich ebenso wie andere Kunden über die Erhöhung. „Das ist schon eine erhebliche Steigerung“, sagt Michael Schöck. Auch die Kommunikation mit den Kunden gerät in die Kritik. Es sei unmöglich, eine temporäre Erhöhung anzukündigen und die Preise dann doch auf einem erhöhten Level zu belassen. „Es hieß eigentlich, es handle sich nur um eine Maßnahme in der Weihnachtszeit, jetzt zahlen wir aber immer noch 2,20 Euro“, sagt Susanne Trumpp. Die Steigerung von etwa 22 Prozent nennt sie schlichtweg „dreist“.

Dem Centermanager sind die Hände gebunden

Bereits die bisherigen Gebühren von 1,80 Euro findet Trumpp teuer. „Wir schauen immer, dass wir etwas bei Kaufland oder Media Markt kaufen, um die Ermäßigung zu bekommen“, sagt die Dachswälderin. Diesen Tipp hat auch Centermanager Franz Jebavy. „Wir hoffen auf das Verständnis unserer Kunden und weisen auf die Rabatte hin“, sagt er. Bei Kaufland beispielsweise kann man ab einem Einkaufswert von fünf Euro sein Parkticket abstempeln lassen und so 90 Minuten kostenlos parken. Dieses Angebot nutzen auch Michael und Christiane Schöck. „Wir fahren meistens nur zum Einkaufen mit dem Auto hierher. Sonst sind wir oft zu Fuß in der Schwabengalerie“, sagt Christiane Schöck.

Franz Jebavy entschuldigt sich für die Erhöhung und die vorherige Information, sie sei nur temporär. So hatte es der Parkhausbetreiber im November zunächst auch dem Centermanagement mitgeteilt. „Unsere Kunden beschweren sich zu Recht“, sagt der Centermanager. Ihm seien aber die Hände gebunden. Der Mietvertrag mit Q-Park sei abgeschlossen worden, lange bevor der Schweizer Lebensversicherungskonzern Swiss Life die Schwabengalerie gekauft und Corpus Sireo das Centermanagement übernommen habe. „Wir haben da wenig Handhabe“, sagt Jebavy.

Hohe Kosten tragen nicht zur Attraktivität bei

Er sei Ende Dezember schriftlich über die nun wohl dauerhafte Kostenerhöhung informiert worden. „Wir haben zurückgeschrieben, dass wir das nicht akzeptieren und dass die Kosten über dem ortsüblichen Durchschnitt liegen“, sagt der Centermanager. Bisher habe er aber vom Parkhausbetreiber keine Rückmeldung bekommen. Auch eine Nachfrage unserer Zeitung blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Franz Jebavy verspricht, an der Sache dranzubleiben. „Wir versuchen, auf die alten Parkkosten vor der Weihnachtszeit zurückzukommen.“

Das befürwortet Stefan Fietz. 40 Cent, sagt er, seien nicht die Welt. „Aber man sollte die Kosten deckeln, nicht, dass sie nächstes Jahr wieder um 40 Cent erhöht werden.“ Er nutze auch, wenn möglich, die Ermäßigungen einzelner Geschäfte. Abschrecken lässt er sich von den Parkgebühren nicht. „Allerdings muss man sich überlegen, ob die hohen Kosten zur Attraktivität der Schwabengalerie beitragen“, sagt Fietz. „Nicht, dass irgendwann die Kunden wegbleiben und das Center wieder mit Leerständen zu kämpfen hat.“ Waltraud Hein sieht in den hohen Parkgebühren ebenfalls einen Nachteil für den Einzelhandel vor Ort. „So macht man die Geschäfte in Vaihingen kaputt“, sagt die Kaltentalerin.

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