Hauptbrandmeister Peter Brenner erläuterte Bürgermeister Fabian Mayer (l.) und Bezirksvorsteherin Andrea Klöber die Situation in der Feuerwache 4 an der Bregenzer Straße 47. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, verfällt aber zusehends. Foto: Georg Friedel

Bei dem Rundgang durch den Stadtbezirk mit Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer war das Programm sehr straff. Acht Stationen steuerte die rund 20-köpfige Gruppe an. Diskutiert wurde unter anderem über die Feuerwache 4 und frühere Fahrion-Areal.

Feuerbach - Dass der Rundgang durch den Stadtbezirk für Verwaltungsbürgermeister Fabian Mayer und die rund 20 interessierten Bürger und Bezirksbeiräte kein lockerer Spaziergang werden dürfte, war klar. Dafür war das Programm zu straff. Acht verschiedene Stationen hatte Bezirksvorsteherin Andrea Klöber ausgesucht, das war sehr sportlich und ambitioniert. „Wir leisten hier Arbeit zur körperlichen Ertüchtigung“, ahnte Mayer schon am Startpunkt auf dem Wilhelm-Geiger-Platz, was da auf die Beteiligten zukam. Das eigentliche Ziel der Aktion war klar: Mayer wollte Problemlagen und Projekte vor Ort kennenlernen, eigene Eindrücke sammeln und dadurch hilfreiche „Hinweise für die Stadtverwaltung“ mitnehmen.

Weit musste er dafür zunächst nicht gehen: Denn bereits an der Ecke Grazer Straße/Steiermärker Straße lenkte Bezirksvorsteherin Klöber den Blick auf das ehemalige Gelände des Bauunternehmens Fahrion, das momentan eher zu den hässlicheren Ecken Feuerbachs gehört. Die Möbelkette XXXLutz hatte das Gelände von der 2006 in Insolvenz gegangenen Baufirma Fahrion erworben, um dort ein Lagergebäude oder Einrichtungshaus zu errichten. Aus den Plänen wurde nichts. Entstanden ist stattdessen ein wild wuchernder Mix unterschiedlichster Nutzer.

Bebauung des ehemaligen Fahrion-Areals ist nicht in Sicht

„Die Feuerbacher wollen dort bauen“, sagte Klöber. Eine Sporthalle und eine Kita im südlichen Teil des Areals fordert Feuerbach seit Jahren, denn das Defizit an Sportflächen und Kinderbetreuungsplätzen ist groß. Im nördlichen Teil des Areals wären Gewerbebetriebe denkbar. Die Stadt würde das Gelände gerne erwerben, aber das Möbelunternehmen verspüre offensichtlich keinen Drang zum Verkauf, fasste Klöber zusammen: „Das ist eigentlich ein Filet-Grundstück.“ Die jetzige Situation sei jedenfalls unbefriedigend: „Das liegt uns Feuerbachern schwer im Magen“, so Klöber.

Ob die Stadt nicht die Möglichkeit habe, vom Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen – so wie sie es auch schon beim Schoch-Areal beim Bahnhof getan hat, wollte der Feuerbacher Michael Zeiß, früherer Fernsehchefredakteur beim SWR, wissen. Mayer wollte sich da nicht recht festlegen, sagte aber: „Es ist an der Zeit, dass hier etwas passiert.“ Einen Mix verschiedener Nutzungen könne „man sich gut vorstellen“. Zeiß erinnerte die städtischen Vertreter an die „Sozialverpflichtung“ und daran, dass die Nutzung von Privateigentum dem Gemeinwohl nicht zuwiderlaufen sollte.

Neuer Schulcampus soll 2027 fertig sein

Nächster Stopp war der Feuerbacher Schulcampus. Angelika König, die kommissarische Leiterin der Abteilung Schul- und Sportbauten im Hochbauamt stellte den Stand der Planungen vor. Letztes Jahr wurde der architektonische Wettbewerb entschieden: Als Gewinner ging der Entwurf des Büros Günther Hermann Architekten aus Stuttgart mit White Arkitekter (Göteborg) hervor. Baubeginn soll 2021 sein, die Bauzeit beträgt voraussichtlich sechs Jahre.

Außer einem neuen Schulgebäude – das Neue Gymnasium kommt weg, der Bonatz-Bau des Leibniz-Gymnasiums bleibt erhalten – soll auch eine Mensa und Dreifeldsporthalle entstehen. „Die Verkehrsflächen sollen zurückgebaut werden“, sagte König. FDP-Bezirksbeirätin Gabriele Heise schlug vor, dass auch Anwohner die Möglichkeit erhalten sollen, die geplante Tiefgarage unter dem Campus-Gelände später einmal zu nutzen. „Das kann ich als Vorschlag mitnehmen“, antwortete König.

Anschließend eilten die Teilnehmer weiter zur Feuerwache 4. Deren Zukunft scheint am jetzigen Standort an der Bregenzer Straße 47 eher ungewiss zu sein. Denn einerseits ist das Gebäude an vielen Stellen baufällig, andererseits lässt der Denkmalschutz keinen Abriss und Bau neuer Gebäudeteile im Bestand zu. Die Fahrzeughalle sei zu niedrig, Leitungen und Fenster seien marode, Rollläden teilweise nicht mehr funktionsfähig, zählte Hauptbrandmeister Peter Brenner nur einige der Mängel auf. Seit Jahren steht zudem ein Baugerüst an der Bregenzer Straße: Dies dient einzig und allein dazu, Passanten vor herabfallenden Teilen der Klinkerfassade zu schützen.

Bosch baut Bürogebäude-Komplex an der B 295

Während die denkmalgeschützte Feuerwache 4 zunehmend verfällt, wird schräg gegenüber neu gebaut. Dort will Bosch nach der Beseitigung der Altlasten auf einem 27 000 Quadratmeter großen Grundstück neue Bürogebäude bauen. Bosch investiert rund 200 Millionen Euro in das Projekt an der B 295 und baut auch eine größere Tiefgarage. Zeiß schlug vor, Bosch könne doch die Parkflächen außerhalb der Bosch-Geschäftszeiten für die Öffentlichkeit zugänglich machen.

Vorletzte Station war die DITIB-Moschee und das türkische Viertel an der Mauserstraße. Dort soll eine neue Moschee gebaut werden. Im Gestaltungsbeirat ist das Projekt unlängst gut angekommen. Sobald das Baugesuch bei der Stadt eingereicht sei, werde das Projekt im Bezirksbeirat vorgestellt, versprach Bezirksvorsteherin Klöber.

Einladung zu türkischem Tee und Gebäck

Anschließend wurde die Delegation von einer mehrköpfigen türkischen Delegation begrüßt. Der Vereinsvorsitzende Ismail Cakir und die stellvertretende Vorsitzende Nuran Yilmaz vom Verein Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB ) baten die Besucher in die Vereinsräume und luden zu Tee, Gebäck und Imbiss ein. Gleichzeitig berichtete Yilmaz über die momentane Situation und die zukünftigen Pläne. Zum Freitagsgebet kämen in der Regel zwischen 800 und 1200 Menschen in die Moschee, bei hohen Feiertagen würden sich auch mal 2500 bis 3000 Gläubige zum Gebet versammeln. In Zukunft sollen an der Mauserstraße auch Kurse für Frauen angeboten werden, so Yilmaz.

Im Eiltempo ging es danach zurück zum Burgenlandzentrum, dort folgte noch ein Kurzbesuch in den neu geschaffenen Willkommensräumen für Flüchtlinge. Mayers Fazit nach der Tour: „Ich bin beeindruckt.“ Feuerbach sei ein Stadtbezirk, der sich an den verschiedenen Ecken und Enden neu erfinde.

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