Rektorenwahl der Kunstakademie Stuttgart Barbara Bader folgt auf Petra Olschowski

Von nbf 

Soll Nachfolgerin von Petra Olschowski werden: Barbara Bader Foto: Friedli
Soll Nachfolgerin von Petra Olschowski werden: Barbara Bader Foto: Friedli

Stuttgarts Kunstakademie hat eine neue Chefin: Barbara Bader soll die Hochschule auf dem Weißenhof führen. Bader wird Nachfolgerin von Petra Olschowski, die im Mai zur Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst berufen worden war. Stuttgarts Kunstakademie hat eine neue Chefin: Barbara Bader, 1972 geborene Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften, soll nach einem Votum des Senats und des Hochschulrates von Montagabend die Hochschule auf dem Weißenhof führen. Bader wird Nachfolgerin von Petra Olschowski, die im Mai zur Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst berufen worden war.

Stuttgart - Die pure Nachricht? Am frühen Montagabend haben die Mitglieder des Hochschulrats und des Senats der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart Barbara Bader, seit 2013 Professorin für Kunstdidaktik und Bildungswissenschaften auf dem Weißenhof, zur Rektorin gewählt.

Überraschender Wechsel von Petra Olschowski

Barbara Bader? Richtig, sie hielt nach der für die Akademie überraschenden Berufung der seit 2010 amtierenden Rektorin Petra ­Olschowski zur neuen Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das plötzlich notwendig gewordene neue Berufungsverfahren im Mai überhaupt in Gang. Zur Erinnerung: Hartmut Weber, Präsident des Bundesarchivs (1999–2011) und seit Juli 2008 Mitglied und Vorsitzender des Hochschulrats der Kunstakademie, war am 27. Mai überraschend zurückgetreten. Ein schwerer Schlag, leitet doch der Vorsitzende des Hochschulrats – dieser ist unter anderem damit beauftragt, die Geschäftsleitung des Rektorats zu beaufsichtigen – das Bewerbungsverfahren, in dem ursprünglich über eine zweite Amtszeit Olschowskis hätte entschieden werden sollen und sollte auch die Findungskommission für die plötzlich notwendig ­gewordene Neubesetzung lenken.

Und doch geriet die Akademie nicht aus der Bahn. Selbst das Berufungsverfahren für die Nachfolge Olschowskis kam schnell wieder in den Zeitplan. Barbara Bader, hielt als internes Mitglied des Hochschulrats und Hartmut Webers vormalige Stellvertreterin das Verfahren in Gang. Die Aufgabe als exernes Hochschulratsmitglied übernahm Stuttgarts Kunstmuseumsdirektorin Ulrike Groos – und komplettierte so das aus acht Personen bestehende Gremium. Unserer Zeitung sagte Bader Anfang Juli: „Stand jetzt wird bei der gemeinsamen Sitzung von Hochschulrat und Senat am 24. Oktober die künftige Leitung bestimmt“.

Rückenwind aus der Professorenschaft

Am 29. Juli endete die Bewerbungsfrist – und was in diesen Wochen geschehen ist, lässt sich nur erahnen. Klar ist: Die 1972 in Bern geborene ausgebildete Lehrerin und promovierte Kunstwissenschaftlerin Barbara Bader hat für ihre Kandidatur erheblichen Rückenwind aus der Professorenschaft bekommen. Offenbar traute man Bader zu, die Kunstakademie- Fachbereiche Gestaltung, Architektur und Freie Kunst – mit all ihren jeweils widerstreitenden internen Positionen – zu verbinden und die so wichtigen gemeinsamen, ­interdisziplinären Handlungsfelder zu ­identifizieren.

Drei ist eins war die Kunstakademie-Botschaft in der Regie Petra Olschowskis. Drei beibt eins schallte einem in den vergangenen Monaten fast trotzig entgegen. Und die Hoffnung auf ein offensives Miteinander wird Barbara Bader auf dem weiteren Weg begleiten. Jedoch: Der offizielle Antritt Baders muss noch warten – die Ernennung der neuen Amtsinhaberin durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann steht noch aus. Wie in den vergangenen Monaten werden sie wohl bis Ende des Jahres die Geschäfte auf dem Weißenhof führen – federführend Kanzler Martin  Böhnke, Mitglied auch im Senat und im Hochschulrat, in Abstimmung mit den Prorektoren Nils Büttner, Volker Lehnert und Tobias Walliser.

Prorektorenwahl als Richtungsentscheidung

Mit ihrer offiziellen Einsetzung wartet schon die erste Richtungsentscheidung auf die Pragmatikerin Barbara Bader: Sie kann Vorschläge für die neu zu wählenden Prorektoren machen. Die Entscheidung liegt beim Senat der Hochschule. Auch inhaltlich wird Bader schnell gefordert sein: Der Fachbereich Freie Kunst etwa braucht Klarheit in der Diskussion um die direkte Überprüf­barkeit der künstlerischen Lehre. Sachorientierte Diplomatie ist gefragt – nach Meinung vieler auf dem Weißenhof eine der Stärken der neuen Rektorin Barbara Bader.

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