Neues von Fabian Treiber in der Galerie Strzelski Fabian Treibers Spiel mit der Figuration

Von Nikolai B. Forstbauer 

in der Galerie Mario Strzelski in Stuttgart (Rotebühlplatz 30). Eröffnung an diesem Freitag um 19 Uhr. Mehr: www.strzelski.de Foto:  
in der Galerie Mario Strzelski in Stuttgart (Rotebühlplatz 30). Eröffnung an diesem Freitag um 19 Uhr. Mehr: www.strzelski.de Foto:  

Als Künstler auf eigenen Pfaden ist Fabian Treiber im Rahmen des Walter Stöhrer-Preises gefeiert worden. Wo steht FabianTreiber jetzt? „Stuttgarter Nachrichten“-Autor Nikolai B. Forstbauer hat neue Werke gesehen.

Stuttgart - Da ist einer, der sich die Dinge, nein, eigentlich alles offenhält. Einer, der genau das gut macht. Einer, der Malerei zudem neu interpretiert. Das war der Eindruck, 2013. Vier Jahre später heißt eine Ausstellung von Fabian Treiber in der Züricher Galerie Mark Müller „body doesn’t know“, und die Unverfrorenheit von 2013 ist ausgewogenem Kompositionssinn gewichen.

Suche nch Etwas, das Gültigkeit hat

Und doch formuliert Annalena Müller Wichtiges: „Man hat das Gefühl, etwas fehle, unser Bewusstsein möchte das Fragment ergänzen. Gleichzeitig wirft das Erkennen einer vermeintlichen Leerstelle die Frage auf, was wir denn zu lesen gedenken, nach welcher Art der Vollständigkeit wir suchen, was es braucht, dass etwas Gültigkeit hat.“

„Autogrill. (this place)“ in der Galerie Mario Strzelski

Da ist es also doch wieder, das Erkennen des Rohen, das Gefühl für ein Vorwärts ohne Rückhalt. Aber ist es auch Bild? Diese Frage sucht nun die Schau „Autogrill. (this place)“ in der Galerie Mario Strzelski in Stuttgart zu beantworten.

Das Assoziationsmonster im Titel der Ausstellung ist kein Zufall. Das ist es, um was es geht. Die Entleerung des Bildraumes, die der Absolvent der Stuttgarter Kunst­akademie 2015/2016 als Meisterschüler des Weißenhof-Programms zeigt, ist nur die ­andere Seite der überbordenden Motiv­medaille, die Treiber vor allem in den ­größeren Formaten aktuell präsentiert. Der Ironiker, der konzeptuelle Maler wird da zum Sänger. Doch mitten in das Lied über die Farbform platzt da ein Arm, ein Fragment, auch formal aus anderer Zeit.

Das Schweben verbindet mit der Kunstgeschichte

Ironie? Verzweiflung? Oder doch das Beschwören eines kunsthistorischen Mythos von Willi Baumeisters „Mauerbildern“ bis hin zu Jeff Koons’ „Hulk“ in der Staats­galerie und Michel Majerus’ „gold“ im Kunstmuseum Stuttgart? Schweben verbindet, Schweben, so suggeriert es die Schau bei Strzelski, macht es gar möglich, dass aus dem Bildgeflecht ein abgewinkelter Ellbogen auftaucht.

Souveräner Auftritt. Zu souverän?

Was aber kann man ernsthaft dagegen ­haben, wenn es gut ist? Höchstens noch das, dass es gut ist, so verdammt souverän.

„Autogrill. (this place)“ ist eine gute Ausstellung, Gut ausgesucht, gut gehängt. Aber plötzlich fehlt da der Laborant, der Forscher Treiber. Und auch das konsequent Lapidare, das doch das Schaffen des 1986 in Ludwigsburg geborenen Fabian Treiber immer ­wieder auszeichnet.

Was dahinter und darunter liegt

Als Fabian Treiber 2016 bei Mario ­Strzelski Halt machte, schrieb Marie Luise Namislow: „In seinen Arbeiten kippt und pulsiert es. Unter einem altrosafarbenen Teppich scheinen Formen hindurch. Übermalte Erinnerungen, bildgewordene Gedanken vielleicht, die unter der Oberfläche liegen und die dennoch darauf hinweisen, dass dies eben kein Teppich an sich ist, sondern ein gemalter.“ Stimmt. Auch jetzt. Leichter macht es das nicht.

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