Soll im September an die Spitze des Kommandos Spezialkräfte in Calw treten: Brigadegeneral Ansgar Meyer. Foto: dpa/Rene Teich

Ausgerechnet ein Kommandeur ohne jeden Stallgeruch der Spezialkräfte soll das KSK in Calw einen und aus der Krise führen. Das gefällt nicht allen. Doch Ansgar Meyer könnte dafür genau der Richtige sein.

Calw - Selten ist die Spitze eines großen Kampfverbandes der Bundeswehr offensichtlicher unter politischen Gesichtspunkten besetzt worden: Brigadegeneral Ansgar Meyer, von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Dienstag als Kommandeur des im baden-württembergischen Calw stationierten Kommandos Spezialkräfte (KSK) angekündigt, weist weder in seiner Ausbildung noch in seinem Werdegang tiefer gehende Berührung mit Spezialkräften auf. Macht ihn das zu einer Fehlbesetzung?

Das KSK schottet sich nicht länger ab

Durch die politische Brille betrachtet gilt das Gegenteil. Ohne Stallgeruch des KSK, ja noch nicht einmal der Infanterie, verkörpert der Panzer-General Meyer geradezu die Kernbotschaft aus dem Abschluss-Bericht des Ministeriums zur Überwindung von Missständen im KSK: Dieser Verband schottet sich nicht länger ab; er integriert sich in das Heer.

Ein General ganz ohne Stallgeruch

Durch die militärische Brille betrachten das Soldaten inner- und außerhalb des KSK weniger positiv. Verweisen darauf, dass es sehr wohl darauf ankomme, dass der Kommandeur die vielen speziellen Fertigkeiten und Kenntnisse mitbringt, die für Spezialkräfte unverzichtbar sind. Fakt ist: Bis auf Dag Baehr hatte das KSK seit Anbeginn 1996 noch keinen Kommandeur mit kompletter Spezialkräfte-Ausbildung und -Einsatzerfahrung.

Einsatz in politisch brisanten Lagen

Soldaten, die Meyers Berufung loben, sagen: Da kommt ein charismatischer, drahtiger Offizier mit viel internationaler Erfahrung aus Afghanistan – wo er derzeit die Nato-Truppe im Norden führt – in den Schwarzwald. Er ist bestens vernetzt ins Ministerium und in die Politik. Das ist ein Pfund. Schließlich kommt das KSK fast immer in brisanten Lagen zum Einsatz.

Nach den großen Erschütterungen

Gemessen werden wird Meyer an zwei Herausforderungen: das KSK nach all den Erschütterungen wieder zu einen und zu festigen – und eine gute Arbeitsebene zu entwickeln mit dem Direktor Spezialkräfte, den das Einsatzführungskommando der Bundeswehr erhalten soll. Also mit dem Mann, der die Soldaten des KSK in ihren Einsätzen führen wird.

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