Mehr Jugendliche in den Beirat, fordert der Jugendgemeinderat. Foto: Archiv Häusser

Die Jugendgemeinderäte haben Vorschläge, wie man den städtischen Beirat für Jugendarbeit verändern könnte. Warum sie der Meinung sind, dass dies notwendig ist, lesen Sie hier.

Filderstadt - Lucas Osterauer ist nicht auf den Mund gefallen. Dass er gut formulieren und sicher auftreten kann, hat er als Vorsitzender des Jugendgemeinderats schon bewiesen – erst jüngst wieder im Gemeinderat. Da ging es darum, wie sich die Jugendlichen ein neues Jugendhaus in Filderstadt vorstellen. Am Rande erwähnte Osterauer den Beirat für Jugendarbeit, eine kommunale Gruppe, in der Vertreter von Vereinen, Sozialarbeit, Jugendeinrichtungen, Gemeinderatsfraktionen und Jugendgemeinderat zusammensitzen. Den müsse man umkrempeln, kritisierte Osterauer, denn: „Uns Jugendlichen fehlt hier der Austausch, die Vernetzung.“ Es gehe quasi bloß ums Zuhören.

Der Bürgermeister ist überrascht

Viel sinnvoller wäre es, meint Osterauer auf Nachfrage, wenn die verschiedenen Teilnehmer Erfahrungen austauschen und ihre eigenen Perspektiven einbringen könnten. Ein Beispiel: Plant etwa ein Verein ein neues Angebot für Jugendliche, könnte dies im Beirat besprochen werden. Die Jugendgemeinderäte könnten ihre Ansichten darstellen, inwieweit dieses Angebot eine Nachfrage bedienen würde. Denn, so betont Osterauer: „Ein Ergebnis des Jugendforums war, dass die Jugendlichen in Filderstadt gar nicht wissen, was es alles für sie gibt.“ Zusätzlich regt er an, auch Vertreter der Schülermitverwaltungen (SMV) aus den Schulen in den Beirat zu holen.

Die Arbeitsweise im Beirat sei „ein Anliegen, das auch schon im Beirat diskutiert worden ist“, sagt der Erste Bürgermeister Andreas Koch, der den Vorsitz im Beirat für Jugendarbeit hat. Er gibt zu: „Ich war von der Aussage etwas überrascht.“ Man sei in den jüngsten Sitzungen darauf eingegangen und habe anders gearbeitet. „Wir haben in verschiedenen Arbeitsgruppen Ideen gesammelt und ausgetauscht.“ Koch betont: „Ich kann das nachvollziehen, was die Jugendgemeinderäte sagen, und wir nehmen es gerne noch einmal mit in die Sitzung und fragen nach.“

Mehr jugendliche Perspektiven in den Beirat

Lucas Osterauer bestätigt, dass an der üblichen Arbeitsweise im Beirat bereits gerüttelt worden sei. Viel wichtiger sei ihm aber die Beteiligung weiterer Jugendlicher: „Wir 20 Jugendgemeinderäte können nur schwer alle Perspektiven der Jugendlichen in Filderstadt repräsentieren.“ Darum wollen sie mehr Jugendliche direkt an den Prozessen im Beirat beteiligen, eben beispielsweise über die Schülersprecher.

Ob Osterauer eine eventuelle Änderung noch als Jugendgemeinderat erleben wird, steht in den Sternen. Denn er tritt bei der Kommunalwahl Ende Mai für die FDP an – würde er in den Gemeinderat gewählt, würde er den Jugendgemeinderat verlassen. „Das weiß ich“, sagt Lucas Osterauer. „Aber es war mir ein Herzensanliegen, das noch anzustoßen.“

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