Die Lebensmittel werden immer teurer – die Landwirte bekommen jedoch kaum mehr Geld. Landwirtschaftsminister Peter Hauk will der Sache genauer auf den Grund gehen.
So etwas nennt man wohl Glück. Als Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) eine Studie in Auftrag gab, um zu untersuchen, wie groß der Anteil der Bauern an den massiv gestiegenen Lebensmittelpreisen ist, da konnte noch niemand vorhersehen, dass bei der Präsentation des Werkes die Landwirte die Schlagzeilen bestimmen. Schon vor Weihnachten haben die Trekker mit wütenden Bauern den Verkehr lahmgelegt, nun hat die Macht der Landwirte dazu geführt, dass die Regierung in Berlin einen Kurswechsel angekündigt hat. Die Subventionen für den günstigen Diesel sollen nicht mit einem Schlag gestrichen werden, und auch der Rabatt bei der KfZ-Steuer bleibt, zumindest teilweise.
Viele wollen mitverdienen
Die erfolgreichen Proteste gegen die Pläne der Regierung findet der CDU-Minister aus dem Südwesten natürlich nachvollziehbar, er stehe „voll“ hinter den Forderungen der Landwirte, sagt Peter Hauk. Kompensationsmöglichkeiten für die Zukunft sehe er bei sich selbst freilich keine. „Spielräume im Landeshaushalt haben wir auch nicht“, so der Minister. Immerhin kann er es den Landwirten nun schwarz auf weiß geben, dass sie nicht die Hauptverantwortlichen dafür sind, dass der tägliche Lebensmitteleinkauf für die Endverbraucher ein immer kostspieligeres Unterfangen wird.
Landhandel, Großhandel, Einzelhandel und die Unternehmen mit den verschiedenen Verarbeitungsschritten wollen Geld verdienen, bevor Essen und Trinken auf den Tischen der Konsumenten steht – die Bauern auch, aber ihr Profit ist gering. Beispiel Toastbrot: Der Anteil der Verbraucherausgaben für die Getreidebauern liegt bei weniger als zehn Prozent. Bei Brötchen seien es gar weniger als fünf Prozent, so Hauk. Die von der Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum angefertigte Studie listet vom Apfel über die Frischmilch bis zum Rinderhack verschiedene Produkte auf. Mit klaren Parallelen: Die Verbraucherpreise steigen in den vergangenen zehn Jahren stark, der Erlös, der bei den Bauern ankommt hingegen kaum.
Analyse soll genauer werden
Preissteigerungen im Supermarkt werden mit schlechten Ernten oder gestiegenen Erzeugerpreisen begründet, aber nur selten zurückgenommen, wenn diese Preise wieder fallen, sagt Hauk. Er möchte daher einen Marktbeirat ins Leben rufen, der künftig Erzeuger-, Produkt-, Produktions- und Verbraucherpreise analysiert und bewertet. Wichtigster Schritt sei dabei, zunächst völlige Transparenz herzustellen. Die Studie der Landesanstalt soll daher in einem nächsten Schritt untersuchen, in welcher Zwischenstufe welche Preiserhöhungen genau anfallen, bevor der Endverbraucher die Rechnung präsentiert bekommt.