Die Stunde ihres größten Erfolgs: Hannes Wolf (links) und Simon Terodde nach dem Aufstieg mit dem VfB Stuttgart im Mai 2017. Foto: Getty

Der HSV-Trainer Hannes Wolf erwartet den 1. FC Köln um Torjäger Simon Terodde. Das Topspiel der zweiten Liga wird diesmal seinem Namen gerecht – und ist ein Duell mit einer großen Prise VfB Stuttgart.

Stuttgart - Beide wissen genau, wie man ein Team zum direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga führt. Beide haben das schon geschafft, gemeinsam – als Gesichter des Erfolgs des VfB Stuttgart in der Saison 2016/17. Beide haben sich in der ersten Liga dann aber nicht dauerhaft etablieren können. Deshalb nehmen sie nun in der zweiten Liga einen zweiten Anlauf Richtung Beletage, getrennt voneinander. An diesem Montagabend (20.30 Uhr) treffen sie dabei aufeinander: Der Torjäger Simon Terodde gastiert mit dem 1. FC Köln zum Spitzenspiel beim Hamburger SV um den neuen Trainer Hannes Wolf.

Gemeinsamer Erfolg beim VfB Stuttgart

Ihre Wege haben sich vor knapp einem Jahr getrennt, doch die Verbindung der VfB-Aufstiegshelden ist nie abgerissen. „Wir stehen immer mal wieder in Kontakt, ich habe ihm zum Wechsel zum HSV gratuliert“, sagt Simon Terodde. Das ist noch gar nicht lange her. Denn Hannes Wolf ist erst am 23. Oktober in Hamburg als Nachfolger von Christian Titz eingestiegen. Bei seinem Debüt gab es einen 1:0-Sieg beim 1. FC Magdeburg, und auch im DFB-Pokal kam er mit dem Team beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden (3:0) vor wenigen Tagen problemlos weiter.

Hannes Wolf kennt die Situation in Hamburg gut aus seiner Stuttgarter Zeit – dort meisterte der ehemalige Jugendtrainer von Borussia Dortmund die Herausforderung als Novize im Profigeschäft erfolgreich. Er behob den vermeintlichen Betriebsunfall des in Schieflage geratenen Traditionsvereins: Im September 2016 ersetzte er beim VfB nach wenigen Spieltagen den zurückgetretenen Jos Luhukay und stieg mit dem Meisterschaftsfavoriten alles in allem souverän auf. In der Bundesliga ging es allerdings nicht so glatt für ihn weiter. Ende Januar dieses Jahres war Schluss in Stuttgart, Tayfun Korkut beerbte ihn.

Simon Terodde trifft in der zweiten Liga mal wieder fast nach Belieben

Da war Simon Terodde bereits nicht mehr da. Anders als noch in der Aufstiegssaison, in der er mit 25 Treffern seinen Titel als Torschützenkönig der zweiten Liga verteidigt und damit den VfB fast im Alleingang zur Meisterschaft geschossen hatte, traf er in der Spielzeit 2017/18 eine Etage höher nicht mehr nach Belieben. Er verlor deshalb die Gunst von Hannes Wolf und war irgendwann nur noch als Einwechselspieler gefragt. Deshalb wechselte er – nach zwei Toren in 15 Einsätzen – im Dezember 2017 gefrustet zum 1. FC Köln.

Den Kölner Abstieg konnte Simon Terodde seinerzeit nicht mehr verhindern. Allerdings hat der 30-Jährige mit 13 Treffern in zehn Spielen großen Anteil, dass die Rheinländer auf Kurs Richtung Wiederaufstieg liegen. Zuletzt blieben sie jedoch dreimal ohne Sieg. Zudem scheiterten sie im DFB-Pokal nach Elfmeterschießen am Bundesligisten FC Schalke 04, wobei Jhon Cordoba den Vorzug gegenüber Simon Terodde erhielt und stark spielte.

Hannes Wolf sagt auch in Hamburg noch Hannes-Wolf-Sätze

Mit 18 Zählern liegen die Kölner in der zweiten Liga dank des besseren Torverhältnisses knapp vor dem Mitabsteiger aus Hamburg. Das sogenannte Topspiel der zweiten Liga am Montagabend wird diesmal also seinem Namen gerecht. „Es wird ein 50:50-Spiel, und es gibt keinen Favoriten“ sagt Simon Terodde. „Ich glaube, das kommt für uns zum richtigen Zeitpunkt.“

Für Hannes Wolf ist die Partie sein Heimdebüt in Hamburg, wohin ihn der Sportvorstand Ralf Becker (ehemaliger VfB-Chefscout) gelotst hat. „Es wird auf jeden Fall ein sehr intensives und sehr spannendes Spiel. Es geht um viel“, sagt der 37-Jährige, der in Orel Mangala auch eine VfB-Leihgabe coacht. Zugleich will der Trainer die Bedeutung des Gipfeltreffens der Granden der zweiten Liga aber auch nicht übersteigert wissen und sagt einen dieser typischen, speziellen Hannes-Wolf-Sätze, die man auch aus Stuttgarter Zeiten kennt: „Das Topspiel ist für uns immer das nächste Spiel, das wir haben. Denn wenn du ein Spiel nicht maximal ernst nimmst, kriegst du es sofort um die Ohren gehauen.“

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