In vielen Autos findet sich heute statt eines Aschenbechers eine Abdeckung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Debatte über ein Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen stößt auf breite Resonanz. Auch Autohersteller aus Stuttgart stellen fest, dass Rauchen im Fahrzeug buchstäblich nicht geht. Wir haben uns in Stuttgart umgehört, was Bürger von Rauchverboten im Auto halten.

Stuttgart - (StN). Mit den Autobauern hätten die Politiker beim Thema Rauchverbot kein Problem, denn dort geht der Trend längst weg von Aschenbecher in den Fahrzeugen: „Aschenbecher in einem Neuwagen?“ Thorsten Blank, bei der Schwabengarage Stuttgart mit der Marke Ford im Neuwagengeschäft tätig, ist überrascht, dass man überhaupt danach fragt: „Der Aschenbecher wird nur noch selten nachgefragt. Und wer einen haben will, der muss das als Zusatzausstattung ordern.“ Die Kosten lägen zwischen 20 und 50 Euro, so Blank.

Anders stellt sich die Situation für seinen Kollegen Eduard Zwickl dar, der für Gebrauchtwagen zuständig ist: „Bei Mietwagen ist das Rauchen grundsätzlich verboten. Bei Leasingfahrzeugen, die bei uns ein starkes Segment bilden, kann man das aber nicht machen.“ Sollten sich Nachfolgekunden aber an den verbliebenen Geruchspuren des Zigarettenqualms stören, „wird eine Ozon-Behandlung vorgenommen“, sagt Zwickl. Was übrigens auch bei Tiergeruch erfolge. Eine Prozedur, die „bei Rauchern und Tieren gleichermaßen erfolgreich“ sei, wie Zwickel betont. Vereinzelt gebe es noch Kunden, die nach dem Aschenbecher fragen: „Dann kann man den in der Mittelkonsole einbauen.“ Er fügt hinzu: „Von den Fahrzeugen, die wir hier haben, sind aber kaum noch eine Handvoll mit Aschenbecher ausgestattet. Der Trend geht klar dagegen, und ich finde das auch gut so.“ Serienmäßig gibt es auch bei Volkswagen den Aschenbecher nicht mehr, wie beim Autohaus in der Heilbronner Straße bestätigt wird: „Das gibt es nur noch als Zusatzausstattung“, heißt es aus der Marketingabteilung.

Stuttgarter Stiftung befürwortet Rauchverbot

Einen etwas anderen Weg beschreitet Mercedes-Benz in Sachen Aschenbecher. Ein Sprecher aus der Konzernzentrale verweist zunächst auf die Verkaufsprospekte, in denen der Aschenbecher zur Serienausstattung gehört – allerdings in der Wahlmöglichkeit von Cupholder und Aschenbecher. Dazu sagt der Sprecher: „Wir schreiben ja auch nicht vor, dass man jetzt beispielsweise nur noch Lederausstattung haben darf. Unser Prinzip ist, die Freiheit des Kunden zu respektieren. Auch bei der Ausstattung.“

Die in Stuttgart ansässige Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen (SRzG) macht sich zum Fürsprecher eines Rauchverbots in Autos mit Kindern, wie es in Österreich am 1. Mai in Kraft tritt. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht, vor Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen geschützt zu werden“, sagt Maria Lenk, Geschäftsführerin der überparteilichen Stiftung. Sie lobt den Vorstoß von Bundestagsabgeordneten, in Deutschland jetzt ebenfalls ein Rauchverbot nach österreichischem Vorbild umzusetzen.

Die Politik müsse den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor dem Passivrauchen, aber auch vor Tabakabhängigkeit verstärkt auf ihre Agenda setzen, fordert die Stiftungs-Geschäftsführerin.

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