Seit Ende September leben insgesamt rund 200 Geflüchtete an der Gottfried-Keller-Straße (Foto). Die Unterkünfte an der Schwieberdinger Straße sind Ende Oktober fertig. Foto: Torsten Ströbele

Rund 60 Flüchtlinge sind vor wenigen Tagen in den neuen Systembau an der Gottfried-Keller-Straße gezogen.

Stuttgart-Zuffenhausen - Anfang September saßen rund 60 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft an der Tunzhofer Straße schon fast auf gepackten Koffern. Der Umzug nach Zuffenhausen stand an. Doch der neue Systembau in direkter Nachbarschaft zur bestehenden Unterkunft an der Gottfried-Keller-Straße war noch nicht fertig. Ein Wasserschaden machte den Einzug unmöglich. „Der Schaden war zum Glück nicht so schlimm. Die Leitungen zu den Heizkörpern waren beschädigt. Feuchtigkeit ist in das Gebäude eingedrungen“, sagt Axel Wolf vom Amt für Liegenschaften und Wohnen. Das Gebäude trocken zu legen, sei nach Einschätzung einer Spezialfirma nicht erforderlich gewesen. Die Reparaturen sorgten letztendlich aber für eine dreiwöchige Verzögerung des Einzugs, der schließlich Ende September über die Bühne ging.

Unter anderem leben nun neun Familien mit insgesamt 25 Kindern in dem neuen Systembau. Sie kommen vor allem aus Syrien, aus Afghanistan und dem Irak. Die meisten der Geflüchteten sind in Zuffenhausen schon gut angekommen. „Die Umzüge in die Gottfried-Keller-Straße sind langfristig vorbereitet und bewusst so gelegt worden, dass die meisten Kinder und Jugendlichen zum neuen Schuljahr bereits in Kitas und Schulen in der näheren Umgebung der neuen Unterkunft starten konnten“, betont Marco-Oliver Luz, Leiter der Abteilung Flüchtlinge beim Sozialamt. „Sofern dies in einigen Fällen noch nicht so sein sollte, liegt das zum einen am Wunsch der Kinder und ihrer Eltern, welche die Schule oder Kindertagesstätte nicht wechseln wollen oder die Mädchen und Buben stehen in den neuen Einrichtungen noch auf der Warteliste.“

Um die neuen Mitbürger willkommen zu heißen, wird es nun am Samstag, 21. Oktober, von 14 bis 18 Uhr ein Fest auf dem Gelände an der Gottfried-Keller-Straße geben, das der Flüchtlingsfreundeskreis organisiert. Mit dabei ist unter anderem das Spielmobil Mobifant, die Mobile Jugendarbeit mit einer Torwand und Henna-Tattoos sowie die Jugendfarm. Es wird Musik geben und ein Puppenspieler erweckt seine Figuren zum Leben. „Wir würden uns freuen, wenn auch viele Nachbarn und andere Zuffenhäuser kommen würden“, betont Gerd Joecks vom Freundeskreis.

Es ziehen mehr Flüchtlinge aus den Unterkünften aus, als einziehen

Eigentlich hatten die Ehrenamtlichen vor, auch mit den neuen Bewohnern der Schwieberdinger Straße zu feiern. Doch die beiden Systembauten zwischen Bahngleisen und der viel befahrenen Schwieberdinger Straße werden nicht rechtzeitig fertig. Der Malteser Hilfsdienst, der dort die Hausleitung und die Betreuung der Flüchtlinge übernimmt, geht davon aus, dass an vier Tagen zwischen dem 27. Oktober und 3. November rund 120 Menschen aus der Unterkunft an der Tunzhofer Straße nach Zuffenhausen ziehen werden. Platz wäre für mehr als 150.

Die Standorte sind für fünf Jahre genehmigt – mit der Option auf weitere fünf Jahre. Ob die Systembauten so lange gebraucht werden, ist unklar. Ende Mai lebten etwa noch 7700 Flüchtlinge in 124 Unterkünften in Stuttgart. Tendenz fallend. Durchschnittlich kommen pro Monat nur noch 125 Menschen hinzu, während circa 200 Flüchtlinge die Unterkünfte wieder verlassen. Wenn die neuen Systembauten an der Gottfried-Keller- und Schwieberdinger Straße bezogen sind, werden insgesamt rund 550 Flüchtlinge – vornehmlich aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – in Zuffenhausen leben.

Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, damit die Integration gelingen kann, kann sich an die beiden Zuffenhäuser Freundeskreise wenden: gksfreunde-zuffenhausen@web.de und rundmail@ff-z.de.

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