Wichtig fürs Wochenende: keinen blauen Himmel erwarten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Zum Jazz Open oder zu den Toten Hosen? Marienplatz- oder Bohnenviertelfest? Fragen über Fragen und eine Menge Freizeitstress stehen beim Stuttgarter Event-Marathon bevor. Wir haben einen Plan, wie sie (fast) alles sehen.

Stuttgart - Wochenenden sind zur Entspannung da – eigentlich. Am bevorstehenden Wochenende ist keine Zeit zum Däumchen drehen – am Samstag und Sonntag ist in Stuttgart Freizeitstress angesagt, denn es wäre viel zu schade, all die tollen Konzerte und Festivals zu verpassen. Doch wie bekommen Kulturbegeisterte die Toten Hosen, das Jazz Open, Ballett im Park und etliche Straßenfeste unter einen Hut? Wir haben einen Plan ausgetüftelt. Wichtig: sich vor den drohenden Unwettern in acht nehmen.

Straßenfeste am Samstagmorgen

Wir starten am Samstagvormittag, ganz entspannt, auf dem Bohnenviertelfest. In den engen Kopfsteinpflaster-Gässchen laden ab 11 Uhr allerlei Essensstände zum deftigen schwäbischen Mittagessen ein. Am besten mit der Gulaschsuppe oder den Maultaschen in der Hand auf einer der Bierbänke Platz nehmen, die Kleinen vor dem Circus-Mobil beobachten und die Mittagssonne genießen (wenn sie sich denn zeigt).

Gegen 14 Uhr geht es zu Fuß (24 Minuten) oder mit der Stadtbahn (U1, U9; 4 Minuten) in den Stuttgarter Süden. Auf der Bühne des Marienplatzfestes ist Straßenmusik angekündigt. Sie ist offen für (Hobby-)Musiker, und wer weiß, vielleicht wird ja das nächste Nachwuchstalent entdeckt? Das Programm hält auf alle Fälle die eine oder andere Überraschung bereit, und wer will, kann sie sich mit frittierten Apfelringen oder einem ersten Sommerdrink versüßen.

Wem das Wetter zu unsicher ist, der kann den Nachmittag auch im Kino verbringen. In den Innenstadtkinos am Schlossplatz findet das indische Filmfestival statt. Um 14 Uhr wird zum Beispiel der Spielfilm „Mayurakshi“ gezeigt. Doch Achtung, schwere Kost: Er handelt vom Altern in der modernen Gesellschaft. Wer es lustiger mag, sieht sich, ebenfalls um 14 Uhr, den Kurzfilm „Tara Versus“ an.

Mega-Musiker am Samstagabend

Spätestens um 16.30 Uhr ist es Zeit, die Innenstadt zu verlassen. Mit der Stadtbahn geht es zum Cannstatter Wasen (vom Marienplatz oder Schlossplatz jeweils etwa 15 Minuten), um die Toten Hosen zu erleben. Wer Tickets hat, sollte wahrscheinlich etwas früher da sein, um gute Stehplätze zu ergattern. Zaungäste setzen sich einfach mit einer Decke, zwei Bier und im schlimmsten Fall mit Regenschirmen in die Nähe des Open-Airs und trällern mit.

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Wer genug gehört hat, kann die Location noch einmal wechseln und gleich das nächste Mega-Konzert miterleben, denn ab 20 Uhr spielt Lenny Kravitz auf dem Schlossplatz. Die berühmten Gitarrensolos hören Fans auch beim Abendessen an einem der Außentische von Carls Brauhaus oder des Cafés Künstlerbund.

Nachts, wenn auf dem Schlossplatz die Lichter ausgehen, mag es denjenigen vergönnt sein, die nur noch ins weiche Bett fallen möchten. Wer noch immer nicht genug hat, kann sich bis 0 Uhr einen Mitternachtssnack auf dem Hamburger Fischmarkt am Karlsplatz besorgen und dann im Stadtpalais den Klängen des neuseeländischen Komponisten Aron Ottignon lauschen.

Schlemmen am Sonntagmorgen

Bitte nicht zu lange schlafen, denn auch am Sonntag ist einiges los! Wer am Samstag nicht allzu lang unterwegs war, startet am Sonntagmorgen auf dem Killesberg in den Tag. Ab 10 Uhr fährt der Oldtimerbus zwischen Ausstellungen, Kinderprogramm und Führungen hin und her. Kaffee und Kuchen gibt es auch.

Zur Mittagszeit geht es mit der Stadtbahn U5 in nur 8 Minuten vom Killesberg zum Charlottenplatz, denn spätestens jetzt ist es Zeit für ein leckeres Fischbrötchen auf dem Fischmarkt. Ob Mittagessen oder (Kater-)Frühstück, das bleibt jedem selbst überlassen. Und wer keinen Fisch mag, der kann beim nahegelegen Festival der Kulturen auf dem Marktplatz speisen. An den 28 Ständen aus den verschiedensten Ländern der Welt kommt sicher jeder auf seine Kosten. Auf der Bühne werden währenddessen internationale Tänze aufgeführt.

Ballett und Hip-Hop am Sonntagabend

Auf dem Weg zum Oberen Schlossgarten lohnt sich ein Umweg zum Pavillon am Schlossplatz. Dort spielen ab 15 Uhr MIKIO, deren Genre wohl keiner so richtig beschreiben kann. Ab 17 Uhr gilt es dann, die besten Plätze auf die Leinwand am Eckensee zu sichern. Im Rahmen von „Ballett im Park“ wird die Gala des Stuttgarter Balletts live und kostenlos aus dem Opernhaus übertragen – unbedingt ansehen! Übrigens gibt es auch für die Aufführung im Opernhaus noch Resttickets.

Ab 19 Uhr könnte es eventuell zu Stilbrüchen kommen, denn dann beginnt die Show von den Fantastischen Vier auf dem Schlossplatz. Wer keine Karten hat oder nur zuhören möchte, kann sich auch hier entspannt auf der Wiese niederlassen. Ruhig sitzen bleiben könnte allerdings schwer werden, wenn Smudo und Co. rappen.

22 Uhr, es ist schon fast dunkel aber noch ist das Wochenende nicht vorbei. Deshalb schnell rüber zum Marienplatz: Noch bis 23.30 Uhr spielt dort die Stuttgarter Indie-Jazz-Band Ameli In The Woods. Sehr sehenswert, fanden unsere Redakteure nach einem Konzert im Februar, und ein schöner Ausklang des großartigen Wochenendes. Wer am Montag etwas später zur Arbeit kommt, dem sei gesagt: Der Chef war sicher auch unterwegs.

Alles auf einen Blick

Unsere interaktive Karte liefert einen Überblick aller Veranstaltungen am Wochenende in Stuttgart.

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