Die Retter sind in Stuttgart im Dauereinsatz – sie brauchen dringend Verstärkung. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Dien Einsatzzahlen im Rettungsdienst steigen – und damit der Druck für die Helfer. Sie brauchen Verstärkung, um die Arbeit noch bewältigen zu können. Stuttgart handelt jetzt.

Stuttgart - Über 37 000 Einsätze hat der Stuttgarter Rettungsdienst im vergangenen Jahr verzeichnet – eine Steigerung um fast fünf Prozent. Bei den Notarzteinsätzen sind es sogar knapp acht Prozent gewesen. In der Folge haben die Retter die gesetzlichen Vorschriften wieder einmal nicht einhalten können, obwohl in den vergangenen Jahren die Rettungsmittel immer wieder aufgestockt worden sind. Die gesetzliche Hilfsfrist, nach denen 95 Prozent der Einsätze binnen höchstens 15 Minuten erfolgen müssen, ist 2018 knapp unterschritten worden.

Der Bereichsausschuss, in dem Hilfsorganisationen, Krankenkassen und Vertreter der Stadt als Rechtsaufsicht sitzen, hat deshalb jetzt eine erneute Aufstockung beschlossen. Gleichmäßig über die Stadt verteilt sollen künftig tagsüber drei zusätzliche Rettungswagen unterwegs sein, um die Bevölkerung besser versorgen zu können. Sie zu besetzen, dürfte allerdings nicht so einfach sein: Wegen des Personalmangels suchen die Hilfsorganisationen bundesweit händeringend Mitarbeiter. Immer wieder fallen Schichten aus, müssen Fahrzeuge stehen bleiben.

Was die Notärzte betrifft, will man zunächst abwarten. Mitte vergangenen Jahres hatte ein zusätzlicher Notarzt am Standort Türlenstraße den Dienst aufgenommen. Die Stadt will nun bewerten, wie sich das dauerhaft auswirkt.

Telenotärzte als Helfer?

Zur Verbesserung der Situation sollen aber auch ganz neue Ansätze geprüft werden. Eine Möglichkeit könnte die Telemedizin sein. Das Innenministerium plant derzeit ein landesweites Pilotprojekt zum Einsatz von sogenannten Telenotärzten. Die könnten die Einsatzkräfte vor Ort über Bildschirme beraten und unterstützen. Der Bereichsausschuss hat das Innenministerium jetzt gebeten, Stuttgart bei der Auswahl der Pilotstandorte zu berücksichtigen.

Insgesamt gehe man davon aus, „dass die nun beschlossenen zusätzlichen Kapazitäten für den Rettungsdienst in Stuttgart zu einer weiteren Verbesserung beitragen werden“, heißt es in einer Mitteilung des Bereichsausschusses. Hoffnung machen demzufolge die aktuellen Zahlen: Im Jahr 2019 haben sich die Werte etwas verbessert. Zumindest bei den Notärzten befinden sie sich im grünen Bereich.

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