Die Bundeswehr ist auf der Suche nach Handwerkern und wirbt mit dem Slogan „Gas, Wasser, Schießen“. Foto: dpa

Auch in Stuttgart hängen Plakate mit dem Schriftzug „Gas, Wasser, Schießen“. Die Kampagne, mit der die Bundeswehr eigentlich Handwerker anwerben wollte, ging gehörig nach hinten los.

Stuttgart - Immer wieder fällt die Bundeswehr mit plakativen Werbekampagnen auf. Der Slogan „Gas, Wasser, Schießen“, mit der aktuell vor allem um Handwerker geworben wird, stößt jetzt auf Empörung von mehreren Seiten.

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, kritisierte die aktuelle Werbekampagne der Bundeswehr scharf. „Diese Bundeswehr-Kampagne empfinden wir schon als Geringschätzung gegenüber dem Handwerk. Der Werbespruch ist – finde jedenfalls ich – niveaulos“, sagte Wollseifer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Montag. „Das gehört sich einfach nicht.“

Verteidigungsministerin erhielt Brief aufgrund der Kampagne

Dass gerade die Bundeswehr, die schon genügend Fachkräfte aus dem Handwerk bekomme, „uns jetzt mit einer derart offensiven Abwerbekampagne das Leben schwermachen will, ist schon bemerkenswert“, so Wollseifer weiter. Er habe Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen deshalb einen Brief geschrieben.

>> Hohe Auslastung der Betriebe: Kunden warten immer länger auf Handwerker

Auch im Internet erregt die Kampagne Aufsehen. Dieser Twitter-Nutzer teilte das Plakat und betonte dabei vor allem die Problematik an der Nutzung des Wortes „Gas“ im Slogan. Es erinnere an den Gaskrieg.

Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach äußerte sich zu der Werbeaktion der Bundeswehr. Er bezeichnete sie als „dumm und peinlich“.

Der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima Baden-Württemberg konterte schon Anfang Juni mit einem Posting auf Facebook. Die Bundeswehr sei „über das Ziel hinausgeschossen“. Lieber sollen die Handwerker direkt in die Betriebe gehen.

Das Verteidigungsministerium antwortete per Tweet auf die Vorwürfe. Der bundesweite Handwerkermangel spiegele sich auch bei der Bundeswehr wieder. Außerdem sei der Slogan „Gas, Wasser, Schießen“ an einen Sketch der Comicfigur „Werner“ über Heizungsinstallateure angelehnt und sollte sonst nichts implizieren.

Nicht zum ersten Mal eckt die Bundeswehr mit einer Werbekampagne an. Zuletzt stand sie im April wegen des Slogans „Job Fort“, eine Anspielung auf den Stellenabbau bei Ford, in der Kritik. Mit der Aktion sollten damals Ford-Mitarbeiter, die kurz vor der Kündigung standen, angeworben werden.

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