Im Wahlkampf in Hessen: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Darmstädter Bundestagskandidatin Daniela Wagner auf einem Veranstaltungsplakat. Foto: Rieger

Der Grüne spornt seine Partei an, ihre Kernthemen stärker in den Vordergrund zu stellen.

Darmstadt - 8 Prozent, 7 Prozent, 6,5 Prozent: Kommen die Grünen bald in die Todeszone? Sie sehen jeder neuen Meinungsumfrage jedenfalls mit Zittern entgegen. Winfried Kretschmann verbreitet dennoch Zuversicht. „Wahlkämpfe werden in den letzten drei Wochen entschieden, wir können noch Dritte werden“, sagte der Grüne am Dienstag bei einem Wahlkampfauftritt im hessischen Darmstadt. „Die Frage ist jetzt, in welche Richtung wird der Regierungstanker durch ein flottes Beiboot gezogen.“ Bisher hätten Probleme wie Flüchtlinge oder Terror die Kernthemen der Partei in den Hintergrund gedrängt. Jetzt müssten die Grünen versuchen, den Klimawandel oder den Artenrückgang in den Vordergrund zu bringen.

„Grönland brennt, das ist ein absolutes Warnsignal“, sagte er mit Blick auf die Buschbrände auf der Eisinsel. Die Einschätzung mancher Kommentatoren, derzeit finde ein „Kuschelwahlkampf“ statt, kann der Regierungschef deshalb nicht teilen: „Mir ist nicht zum Kuscheln zumute“, sagte er vor rund 200 Zuhörer in Darmstadt. Ökologie müsse allerdings auch ökonomisch erfolgreich sein: „Damit kann man Geld verdienen.“ Auf die Frage, ob die Grünen auch das Thema Sicherheit beherrschten, sagte er: „Wenn man eine Regierung führt, ist man automatisch Vollsortimenter.“

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