Flüchtlinge an Bord der Sea Watch 3 Foto: dpa/Fabian Heinz

In Rottenburg sind zwei 18-jährige Somalier angekommen, die von der Sea Watch 3 mit Kapitänin Carola Rackete aus dem Mittelmeer gerettet wurden. Sie wurden in einer kleinen Wohnung untergebracht.

Rottenburg - Die Stadt Rottenburg hatte angeboten, bis zu 50 in Seenot geratene Flüchtlinge des Rettungsschiffs Sea-Watch 3 aufzunehmen. Am Dienstag sind zwei Gerettete in der Stadt angekommen. Es handelt sich um zwei 18-jährige Somalier, die in einer Wohnung untergebracht wurden.

Das Schiff Sea-Watch 3 ist deshalb so bekannt geworden, weil es im Juni nach einer Rettung von knapp drei Wochen auf See bleiben musste, nachdem die Freiwilligen auf dem Schiff mehr als 50 Geflüchtete aus Seenot gerettet hatte. Am Ende legte die Kapitänin Carola Rackete ohne Erlaubnis in Lampedusa an.

Langes Ausharren auf dem Mittelmeer keine Seltenheit

Auch andere Rettungsschiffe von zivilen Hilfsorganisationen mussten in der Vergangenheit länger auf dem Mittelmeer bleiben, weil ihnen europäische Anrainerstaaten keine Erlaubnis zum Anlegen erteilen wollten – so etwa das Rettungsschiff Lifeline, das im Sommer mit rund 230 Flüchtlingen an Bord sechs Tage auf dem Meer ausharren musste, bis es in Malta einlaufen durfte, oder das Schiff Aquarius, das nach tagelanger Irrfahrt schließlich in Spanien angelegt hatte.

Sehen Sie im Video: Zehn Fakten zu Carola Rackete und der Sea Watch 3.

Was ist das Bündnis „Sichere Häfen“?

Insgesamt 16 Kommunen haben sich in Baden-Württemberg dem Bündnis Sichere Häfen angeschlossen, darunter auch Rottenburg. Die Städte wollen einen Beitrag dazu leisten, „die humanitäre Katastrophe im Mittelmeer zu beenden“. Seit Gründung des Bündnisses im Jahr 2018 seien zwölf aus Seenot gerettete Menschen auf die Städte der Initiative in Baden-Württemberg verteilt worden, sagt eine Sprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe.

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