Der Winter hat nach Einschätzung der Agentur für Arbeit im Landkreis Esslingen keine Spuren hinterlassen. Foto: dpa

Die anhaltende Hochkonjunktur sorgt für einen stabilen Arbeitsmarkt. Die Agentur für Arbeit prophezeit den Ausbildungsbetrieben einen schärfer werdenen Wettbewerb um den Nachwuchs.

Esslingen/Göppingen - Der Arbeitsmarkt in der Region segelt weiterhin im Aufwind einer guten Wirtschaftslage. Das wird vor allem im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Waren in dem sich auf die Kreise Esslingen und Göppingen erstreckenden Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen im März 2017 noch 3,7 Prozent der Männer und Frauen ohne Arbeit, so ist die Quote ein Jahr später auf 3,3 Prozent gesunken.

Im Kreis Esslingen beträgt die Arbeitslosenquote aktuell 3,2 Prozent. Nahe der Vollbeschäftigung bewegt sich der Agenturbereich Leinfelden-Echterdingen mit einer Quote von 2,7 Prozent., gefolgt von Kirchheim (3,0 Prozent), Nürtingen (3,2 Prozent) und Esslingen (3,5 Prozent).

Nachfrage weiterhin auf hohem Niveau

Nicht nur die aktuellen Zahlen, sondern auch der Blick in die Zukunft lässt bei Thekla Schlör, der Leiterin der Göppinger Arbeitsagentur, Freude aufkommen. „Seit vielen Monaten haben wir eine sehr gute Entwicklung. Auch der Winter hat auf dem Arbeitsmarkt keine Spuren hinterlassen. Die Beschäftigung wächst, die Nachfrage der Unternehmen ist weiterhin auf einem sehr hohen Niveau“, fasst sie zusammen.

Besonders erfreulich aus der Sicht der Arbeitsvermittler: Alle Personengruppen, denen von Seiten der Agentur besondere Förderung und Beratung angeboten wird, profitieren inzwischen ebenfalls von dem Boom. Das betrifft nach Einschätzung der Agentur sowohl die Langzeitarbeitslosen, als auch ältere, schwerbehinderte und jüngere Arbeitsuchende. „Das freut mich für die betroffenen Menschen, die mehr und mehr die anhaltend guten Bedingungen nutzen können, um beruflich wieder Fuß zu fassen“, kommentiert Thekla Schlör die aktuelle Entwicklung .

Aus dem Vollen schöpfen können derzeit die Jugendlichen, die auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2017 sind den Arbeitsvermittlern in Göppingen 4969 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Das sind 6,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bewerberzahlen liegen dagegen, Zwischenstand März 2018, mit 3850 um 3,4 Prozent unter dem Vergleichswert vom Vorjahr.

Wettbewerb um den Nachwuchs

„Wir werden in diesem Jahr die Konkurrenz um die Nachwuchskräfte noch deutlicher zu spüren bekommen“, prophezeit die Arbeitsmarktchefin. Fünf Monate vor Beginn der Ausbildungen zeichne sich ab, dass die Schere zwischen Bewerbern und freien Ausbildungsstellen weiter auseinandergehen werde. Den aktuell vorliegenden Werten zufolge kommen auf einen Bewerber inzwischen 1,3 Ausbildungsstellen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung rät Thekla Schlör jungen Menschen, sich einer beruflichen Ausbildung zu öffnen und sich über ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt beraten zu lassen. „Selten hatten junge Leute so gute Chancen für den Start ins Berufsleben wie jetzt. Fachkräfte mit einer Ausbildung und einer aufbauenden Qualifizierung sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt“, so die Fachfrau. Die Karrierechancen stünden denen eines Akademikers nicht nach.

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