Die Jobsuche ist einfacher geworden. Auch für die Kunden der Göppinger Arbeitsagentur. Foto: dpa

Die Arbeitslosenquote ist im Laufe des vergangenen Jahres von vier auf 3,7 Prozent gesunken. Dieser Trend sorgt bei der Göppinger Arbeitsagentur für Zufriedenheit .

Göppingen - Es sei ein erfolgreiches, ein dynamisches, kurz, ein gutes Jahr gewesen, resümiert die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göppingen, Thekla Schlör, beim Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres. Danach lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Göppingen im Jahresdurchschnitt bei 3,7 Prozent – das sind 0,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Im benachbarten Landkreis Esslingen betrug die Quote 3,4 Prozent, womit diese Zahl im Vorjahresvergleich noch einmal um 0,1 Prozent gesunken ist. Bermerkenswert ist aus Sicht von Schlör, dass die Zahlen der Beschäftigten bereits seit einigen Jahren auf einem guten Niveau sind. „Ich habe so etwas in meinen 30 Jahren bei der Agentur für Arbeit noch nicht erlebt.“ Die Beschäftigung sei auf einem historischen Hoch.

Die Arbeit geht der Arbeitsagentur nicht aus

Der Arbeitsagentur selbst gehe mit den guten Arbeitslosenzahlen die Arbeit aber nicht aus, versicherte die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Göppingen, Bettina Münz, am Dienstag. Der Arbeitsmarkt sei von einer großen Dynamik gekennzeichnet. Innerhalb eines Jahres seien in den Landkreisen Esslingen und Göppingen rund 54 000 Arbeitsverträge abgeschlossen worden, während auf der anderen Seite rund 55 000 Stellen frei wurden. Die Dynamik bewertet Münz als Vorteil, weil sie es Arbeitssuchenden erleichtere, eine neue Stelle zu finden. In fast allen Branchen gebe es einen Stellenzuwachs, beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe, in den Bereichen Verkehr und Logistik, beim Bau, der Pflege und der Gesundheit.

Schwierig sei die Jobsuche allerdings weiterhin für einen Teil der Langzeitarbeitslosen, die Sucht- oder psychische Krankheiten hätten und vielleicht erst wieder an eine Tagesstruktur herangeführt werden müssten. Eine weitere Personengruppe, der sich die Arbeitsagentur in den kommenden Monaten stärker widmen möchte, seien Arbeitssuchende ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen. Mit einem bilderbasierten Test sollen deren im Ausland erworbene Kompetenzen und Ausbildungen herausgefunden werden.

Münz rechnet weiterhin mit einer positiven Entwicklung

Für das gerade begonnene Jahr rechnet die Geschäftsführerin Münz damit, dass die Entwicklung trotz einiger geopolitischer Risiken anhält. Sie geht davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen weiter sinken. „Die Rahmenbedingungen sind so gut, wie selten zuvor.“

Etwas Wasser in den Wein musste Thekla Schlör allerdings beim Blick auf die Art der neuen Arbeitsplätze gießen. Viele der neu abgeschlossenen Arbeitsverträge seien befristet, erklärt die Vorsitzende der Geschäftsführung. Im Jahr 2016 seien 42 Prozent aller neuen Stellen befristet gewesen. Die Zahlen für 2017 lägen noch nicht vor. Schlör glaubt aber nicht, dass sich etwas fundamental verändert hat.

Der Anteil der befristeten Stellen sei in den vergangenen Jahren gestiegen, seltener bei den Handwerksberufen, öfter bei Industrieberufen. Außerdem sei fast die Hälfte aller bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen 2016 von Zeitarbeitsfirmen gemeldet gewesen. Bei den neuen Arbeitsverträgen seien es rund zehn Prozent gewesen, die mit Zeitarbeitsfirmen geschlossen worden seien. Allerdings betont Schlör, dass diese Jobs nicht immer schlecht bezahlt seien. Insgesamt seien nur 2,5 Prozent aller Beschäftigten bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt.

Rückgang der Arbeitslosigkeit in allen Bereichen

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren sank die Arbeitslosigkeit im Landkreis Göppingen um elf Prozent und damit deutlich stärker als die Arbeitslosigkeit insgesamt.

Die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung ging um 12,7 Prozent ebenfalls deutlich stärker zurück als im allgemeinen Durchschnitt.

Die Langzeitarbeitslosenzahlen sind um 2,4 Prozent gesunken. Als Langzeitarbeitslos gelten Menschen, die länger als ein Jahr nach einem Job suchen.


Knapp 52 Prozent der gemeldeten Arbeitslosen im Landkreis Göppingen sind Männer.

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