Das alte Hallenbad wird bald abgerissen, ein Neubau ist derzeit fraglich. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Die Stadt Marbach kann das Millionen-Projekt nur mit Zuschüssen vom Bund stemmen. Doch die Zukunft des entscheidenden Förderprogramms ist mittlerweile ungewiss.

Die Tage des alten Hermann-Zanker-Bads sind gezählt. Wegen diverser Mängel sind die Türen schon lange geschlossen. Der Gemeinderat wollte auch kein Geld mehr in die Sanierung stecken, da die Sportstätte ohnehin bald abgerissen werden und dem Neubau des Literaturarchivs weichen soll. Stattdessen hieß es: alle Kräfte werden gebündelt für einen Neubau im Gebiet Lauerbäumle auf Tuchfühlung zu den Schulen. Doch hinter dem Millionen-Projekt steht aktuell ein Fragezeichen. Das Hickhack rund um die Haushaltssperre des Bundes wirkt sich bis nach Marbach aus.

 

Ziel der Stadt ist es, über das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, kurz SJK, Zuschüsse für das Bad abzuschöpfen. Doch gespeist werden sollte der Fördertopf ausgerechnet aus dem Klimafonds, auf den eine nicht benötigte Kreditermächtigung aus den Zeiten der Corona-Notlage übertragen worden war. Ein Prozedere, das das Bundesverfassungsgericht monierte und somit den entsprechenden Haushalt kippte. Programme wie SJK lagen seitdem auf Eis. Und die Koalition zerbrach sich den Kopf, wie die Lücke im Etat anderweitig gestopft werden könnte. Doch selbst nach der zwischenzeitlichen Einigung der Ampel auf einen Nachtragshaushalt, ist unklar, wie es mit dem SJK-Topf weitergeht.

Bundesministerium kann noch nichts Verbindliches sagen

Man werde, wie alle Ressorts, einen Beitrag zu dem Kompromiss leisten, teilt Larissa Schulz-Trieglaff, Pressesprecherin im zuständigen Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, mit. „Die Details zur Umsetzung der getroffenen Entscheidungen“ müssten aber „zunächst ausgewertet werden, bevor verbindliche Aussagen zu einzelnen Programmen gemacht werden können“.

Für Marbach bedeutet das, dass der Bau des Hallenbads weiter in der Schwebe ist. Bürgermeister Jan Trost hatte mehrfach betont, dass das Projekt ohne Zuschüsse nicht zu stemmen wäre. Die Stadt habe noch andere wichtige Projekte auf der Agenda wie die Erweiterung der Grundschule im Stadtteil Rielingshausen oder die Sanierung von Sporthallen. Insofern hofft er nun, dass die Mittel aus Berlin freigegeben werden. Für das Hallenbad müssten laut einer groben Schätzung 14,6 Millionen Euro in die Hand genommen werden, sagt Trost. Inbegriffen seien in dieser Summe bereits die Außenanlagen sowie der Bau von Parkplätzen. Das Bad selbst soll mit zwei Becken ausgestattet werden, einem für Schwimmer und einem für Anfänger. Falls der Geldhahn in Berlin aufgedreht wird, könne die Sportstätte „bei einem normalen Ablauf“ Ende 2026 bis Mitte 2027 eingeweiht werden, erklärt der Bürgermeister.

Der Bebauungsplan für das Gebiet Lauerbäumle soll bereits 2024 zur Rechtskraft gebracht werden. Neben dem Hallenbad will die Stadt dort auch einen festen Parkplatz errichten lassen, der für die Schulen und eine ÖPNV-Anbindung sehr wichtig sei, wie Trost hervorhebt. Aktuell sind oberhalb der Kernerstraße neben der Sporthalle lediglich provisorische Stellflächen angelegt.

Sportplatz soll auch umziehen

Ferner möchte die Kommune außerdem den Hermann-Mayer-Sportplatz ebenfalls ins Lauerbäumle verlagern. Das müsse Ende der 2020er Jahre geschehen, sagt Trost. Den Zeitplan gibt in dem Fall die Gartenschau 2033 mit Benningen vor. Für das Grünevent wird das Gelände benötigt, auf dem sich jetzt noch das Spielfeld befindet. Umkleide- und Duschmöglichkeiten sollen ebenfalls beim Sportplatz gebaut werden, bis 2033 zudem „weitere Freizeitanlagen entstehen“, erklärt Bürgermeister Trost.