Fürs Abschlusskonzert mit Joss Stone hätten sich die Veranstalter noch etwas mehr Besucher gewünscht. Foto: Gottfried Stoppel

Auch wenn beim Abschlusskonzert mit Joss Stone noch Platz im Zelt blieb: In diesem Jahr sind so viele Menschen wie noch nie zum Zeltspektakel gekommen. Der Organisator spricht über seine persönlichen Highlights:

Winterbach - Der letzte Ton ist verklungen – jetzt beginnt das große Abbauen. Am Dienstagabend ist in Winterbach das elfte Zeltspektakel zu Ende gegangen. Helfer sind jetzt dabei, Technik auszuräumen. Am Montag wird das gewaltige Zeltdach selbst abgebaut.

Zum Abschlusskonzert der 32-jährigen Soulsängerin Joss Stone kamen rund 1800 Menschen – sie waren mit der künstlerischen Leistung zufrieden, doch aus Sicht des Veranstalters hätten es durchaus mehr Besucher sein können. „Es war der am schlechtesten besuchte Abend. Woran es lag, wissen wir nicht. Aber jazzlastige Sachen hatten es bei uns immer schwer, und Joss Stone hat schon lange keine Platte mehr auf den Markt gebracht“, vermutet Steffen Clauss, der Vorsitzende der Kulturinitiative Rock.

25 300 Besucher kamen zum Zeltspektakel

Insgesamt ist die „Kulti“, die das Festival seit 24 Jahren auf die Beine stellt, mehr als zufrieden mit der Besucherzahl: „Wir haben das bisherige Rekord-Ergebnis aus dem Jahr 2017 noch mal gesteigert“, erzählt Clauss. Insgesamt kamen 25 300 zahlende Besucher ins Zelt – plus diejenigen, die vom Biergarten aus zuhörten. Der bisherige Rekord wurde um rund 800 Tickets überboten.

Die größte Menschenmasse lockten am Mittwoch der frühere CCR-Frontmann John Fogerty und am Freitag der Schlagerbarde Dieter Thomas Kuhn an. Während letzterer traditionell bei so gut wie jedem Zeltspektakel mit von der Partie ist und die Tickets jedes Mal weggehen wie warme Semmeln, gehört Fogerty zum Winterbach-typischen Classic-Rock-Genre. „Das ist einer meiner Helden“, schwärmt Steffen Clauss.

LaBrassBanda hängten einfach noch einen Gig dran

Im Vorfeld des Fogerty-Konzerts hatte es zwischen Organisatoren und dem Umfeld des Musikers Missstimmung gegeben – „aber eigentlich nur mit einer Person, die nicht einmal zur Band gehörte“, erklärt Clauss. Das Konzert des Altrockers habe den Ärger auch schnell wieder vergessen lassen.

Clauss’ zweiter Favorit in diesem Jahr waren die Blasmusiker von LaBrassBanda mit ihrem Gypsy-Brass: „Die waren wirklich total nette Burschen, nach ihrem eigentlichen Konzert im Zelt haben sie noch bis um halb zwei im Biergarten weitergespielt“, erzählt Clauss.

Jan Delay, Dream Theater und Rodger Hodgson traten auf

Um im kleinen Winterbach als Verein ein derartiges Festival mit Künstlern wie dem Ex-Supertramp-Sänger Rodger Hodgson, den Progressive-Metalern Dream Theater oder dem Funk-Hip-Hopper Jan Delay zu stemmen, ist jede Menge Arbeit nötig: „Insgesamt waren 530 Leute im Einsatz“, sagt Clauss. Das große Zelt, das rund 4000 Personen fasst, wurde ein paar Tage vor dem Festivalbeginn aufgebaut – doch die Arbeit hinter den Kulissen wie das Auftreiben der Acts und das Bewerben der Konzerte dauert um einiges länger.

Wenn die Ehrenamtlichen sich von den Strapazen des Zeltspektakels erholt haben, gibt es im Oktober ein Helferfest. Und dann stehen schon bald die nächsten Konzerte außerhalb des Festivals an: Am 18. Oktober spielen die britischen Bluesrocker Dr. Feelgood in der Strandbar in Winterbach.

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