Eis auf dem Rotorblatt hat eine Montage am Freitag unmöglich gemacht. Foto: Gottfried Stoppel

Auch wenn es wetterbedingt erneut zu Verzögerungen gekommen ist: Die drei Windkraftanlagen auf dem Goldboden bei Winterbach sollen dieses Jahr in Betrieb gehen.

Winterbach - Ausnahmsweise ist es nicht der Wind gewesen, der die Bauarbeiten am Windpark Goldboden bei Winterbach beeinträchtig hat – diesmal war die winterliche Witterung schuld. Weil die drei bereit gelegten Rotorblätter mit einer Schnee- und Eisschicht überzogen waren, konnten diese am Freitag nicht wie geplant von einem 180 Meter hohen Kran zur Nabe hinaufgezogen werden. „Es gibt einfach eine gewisse Rutschgefahr“, erläuterte der Projektleiter Tobias Borde von dem künftigen Betreiber EnBW vor Ort. Der 65 Meter lange Windflügel muss von zwei Greifern gepackt, gehalten und waagrecht nach oben transportiert werden.

Anlage 3 soll kommende Woche vervollständigt werden

Borde ist jedoch optimistisch, dass die „Windanlage 3“ Anfang der kommender Woche vervollständigt werden kann. Stahlturm, Maschinenhaus, Triebstrang und Nabe sind bereits montiert. Damit sind die schwersten Teile an ihrem Einsatzort: Allein Triebstrang und Maschinenhaus wiegen jeweils knapp 60 Tonnen.

Schon von weitem ist gut zu sehen, dass die EnBW seit Mitte der Woche nicht nur mit einem, sondern mit zwei Superkränen im Einsatz ist. Deswegen konnte auch die Windanlage 1 am Freitag auf ihre endgültige Nabenhöhe von 164 Meter gebracht werden. Insgesamt dauert es jeweils etwa anderthalb bis zwei Arbeitstage, bis die beiden Stahlturmteile, das Maschinenhaus, der Triebstrang, die Nabe und die drei Rotorblätter hochgezogen und montiert sind. Noch einmal ein bis zwei Wochen sind dann für den Innenausbau des Windrads und die letzten Montagearbeiten nötig.

EnBW hofft auf Windstille und eisfreie Tage

Bei dem Energieversorger hofft man nun auf Windstille und eisfreie Tage, „denn wir wollen eigentlich alle drei Anlagen noch vor Weihnachten in Betrieb nehmen“, sagte Tobias Borde. Um dieses Ziel zu erreichen, darf es allerdings auch beim Transport nicht zu großen Verzögerungen kommen. Am kommenden Montag und Dienstag sollen noch einmal Windflügel mit einem sogenannten Selbstfahrer zur Baustelle transportiert werden. Ebenfalls am Dienstag, aber erst am späten Abend, sollen zwei weitere Turmteile zum Goldboden gebracht werden, zudem sollen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die letzten drei der insgesamt neun Rotorblätter den Umladeplatz am Ortseingang von Schorndorf erreichen.

„Ich hoffe, dass es kein Blitzeis gibt, das die Transporte behindert“, sagte Tobias Borde. Denn die Flügel reisen einmal fast komplett durch Deutschland: ihre Fahrt beginnt in Rostock – und als Schwertransporte dürfen sie nur nachts, im Konvoi und begleitet von der Polizei unterwegs sein. „Das ist schon eine wahnsinnige Logistik, die dahinter steht“, betonte Michael Soukup von der EnBW.

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