Weil bei einem Rotorblatt Risse festgestellt wurden, steht eines der drei Windräder auf dem Goldboden bei Winterbach still. Foto: SDMG

Das mittlere der drei Windräder auf dem Goldboden bei Winterbach ist seit Mitte Februar außer Betrieb. Grund ist, dass bei einem Rotorblatt Risse entdeckt wurden. Ein Gutachter soll herausfinden, ob diese von einem Unfall beim Transport stammen.

Winterbach - Der Wind bläst derzeit so stark über dem Schurwald wie sonst kaum – in den vergangenen Tagen hat ein Sturmtief das andere abgelöst. Und trotzdem kann der Windpark der EnBW auf dem Goldboden bei Winterbach nicht aus den Vollen schöpfen: Das mittlere der drei Windräder steht bereits seit dem 19. Februar still. „Bei einer Regelüberprüfung aller Windanlagen sind Risse an einem Blatt der Windanlage 2 festgestellt worden“, erläutert der Pressesprecher Jörg Busse den Grund. Daraufhin habe die EnBW die Anlage vorsorglich außer Betrieb gesetzt.

Stammen die Schäden von einem Unfall beim Transport?

Wie diese Risse entstanden sind, das muss nun ein Sachverständiger untersuchen. Genau jenes Rotorblatt ist beim Transport auf den Goldboden im Herbst 2017 leicht beschädigt worden. „Ob dies allerdings ursächlich für die nun festgestellten Risse ist, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Wir müssen das Gutachten abwarten“, sagt Busse. Das Blatt sei damals vor der Montage repariert worden.

Wenn feststeht, woher die Risse kommen, dann wird sich die EnBW mit dem Hersteller Nordex über die weiteren Maßnahmen abstimmen. Wann die Windanlage wieder in Betrieb gehen kann, das sei momentan noch nicht abzusehen, sagt Jörg Busse. Ein wenig ärgerlich sei der Ausfall des Windrades bei dem hohen Windaufkommen der vergangenen Tage schon. „Aber wie bei jeden technischen Anlagen, so ist man auch bei einer Windenergieanlage nicht vor Defekten oder Ausfällen gefeit“, sagt der Pressesprecher.

Der Windpark Goldboden hat 2019 bereits 6,6 Gigawattstunden Strom erzeugt

Ein Trost dürfte es da vielleicht sein, dass die drei Windräder mit ihrer Nabenhöhe von 163 Metern in dem noch jungen Jahr schon ordentlich Strom erzeugt haben: 6,66 Gigawattstunden waren es bis Montagmittag laut der EnbW-Cockpit-App. Zum Vergleich: im gesamten Jahr 2018 hat der Windpark Goldboden 15 Gigawattstunden erwirtschaftet. Allerdings hat der Energieversorger immer wieder darauf hingewiesen, dass das erste Jahr aufgrund des Probebetriebs kein Maßstab sei.

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