Für Elefanten in der Wilhelma soll innerhalb einer neuen Asienwelt ein modernes Gehege entstehen. Die Pläne liegen schon lange auf dem Tisch. Aber wann steht die Finanzierung durch das Land Baden-Württemberg?
Die neue Elefantenwelt gilt seit Jahren als zentraler Baustein bei der Neukonzeption der Wilhelma. Baubeginn soll, so der bisherige Plan, 2025 sein. Vor diesem Hintergrund fordert der Stuttgarter FDP-Landtagsabgeordnete Friedrich Haag die grün-schwarze Landesregierung nun auf, im Doppelhaushalt 2025/26 endlich das nötige Geld für den Bau der 1,5 Hektar großen Anlage vorzusehen. Mit jedem Jahr, in dem die Landesregierung untätig bleibe, verteuere sich die vorgesehene Modernisierung, sagt er – und nimmt dabei den grünen Finanzminister Danyal Bayaz ins Visier. Wenn es um öffentlichkeitswirksame Fototermine mit Wilhelma-Tieren gehe, sei dieser sofort an Ort und Stelle. „Wenn es dann aber zum Schwur kommt, scheint ihm die Wilhelma herzlich egal zu sein,“ so Haag.
Aufnahme in den Landeshaushalt ist geplant
Der Liberale reagiert mit dieser harschen Kritik auf eine Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage seiner Partei zu geplanten Maßnahmen in dem zoologisch-botanischen Garten. Die Aufnahme der Elefantenanlage in den Doppelhaushalt 2025/26 werde vorbereitet, hatte dabei die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) betont. Definitiv werde sich das aber erst im Laufe des Jahres 2024 klären. Zudem obliege die abschließende Entscheidung dem Haushaltsgesetzgeber, also dem Landtag.
Zuletzt wurden keine Angaben mehr gemacht zu möglichen Baukosten der Elefantenanlage, die einmal die zentrale Einrichtung der neuen Asienwelt in der Wilhelma bilden soll. Ursprünglich war der Betrag von 55 Millionen Euro genannt worden. Das Land als Eigentümer der publikumsträchtigen Einrichtung soll den Großteil der Kosten tragen. Der Förderverein der Wilhelma hatte immer erklärt, er wolle zehn Millionen Euro beisteuern. Das Finanzministerium wies in der Antwort auf die FDP-Anfrage darauf hin, dass derzeit der Schwerpunkt darauf liege, die im Bau befindliche Tigeranlage – ebenfalls Bestandteil der Asienwelt – fertigzustellen. Dies sei für 2024 vorgesehen.
Mehr Radabstellplätze angedacht
Vorgesehen ist nach Angaben des Landes derweil, die Wilhelma für mit dem Fahrrad ankommende Besucher attraktiver zu machen. Im Zuge des Baus der Elefantenanlage und des geplanten zusätzlichen Eingangs gegenüber der Stadtbahn-Haltestelle „Rosensteinpark“ sollen 58 weitere Fahrradstellplätze geschaffen werden, heißt es. Bislang gibt es am Haupteingang lediglich 17 Stellplätze. Ob dabei auch eine verbesserte Anbindung an Busse und Stadtbahnen überlegt wird, ist offen. Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs monieren, dass seit der Fahrplanumstellung der Stuttgarter Straßenbahnen die Wilhelma vom Hauptbahnhof kommend nicht mehr direkt angefahren wird. Diese Kritik ist offenbar auch schon beim Finanzministerium angekommen. Konkret will man sich dazu aber noch nicht äußern.