In einer „Elefantenwelt“ im Stuttgarter Zoo sollen bis zu 14 Tiere gehalten werden. Der Schaubauernhof muss allerdings weichen. Foto: dpa

Die Wilhelma in Stuttgart will ein Gehege für eine ganze Elefantenherde bauen. Im Jahr 2020 könnte mit dem Bau begonnen werden, die ersten Tiere könnten 2024 einziehen.

Stuttgart - Die Stuttgarter Wilhelma will in einer „Elefantenwelt“ für bis zu 14 Tiere in einigen Jahren eine asiatische Zuchtherde halten. Der Platz für die Dickhäuter in Stuttgart wird mehr als verzehnfacht. Auch die ebenfalls bedrohten Sibirischen Tiger will der Landeszoo züchten, sagte Direktor Thomas Kölpin am Montag. Mit mehr Platz für die Indischen Panzernashörner soll es in Zukunft mehr Nachwuchs zu bewundern geben. Dafür werden Millionen investiert.

Bis der erste asiatische Elefant, von denen es weltweit nur noch 30 000 gibt, die neue Anlage betritt, dürfte es 2024 werden. Voraussichtlich könne 2020 mit dem Bau begonnen werden, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann (Grüne). In die Asien-Anlage sollen auch Nachttiere, Reptilien und Vögel einziehen. Zunächst solle ein Gehege für asiatische Huftiere gebaut werden und ein asiatisches Dorf mit Haustierarten, die auch gestreichelt werden dürfen.

Weichen muss für die Elefantenwelt der Schaubauernhof mit teils bedrohten Nutztierarten samt Streichelzoo. Limpurger Rinder Pointou-Esel oder Schwäbisch-Hällische Schweine würden zur Zucht an andere Parks vermittelt, sagte Kölpin. Die Elefantenanlage brauche diesen Platz, weil anderswo gerade ein Straßentunnel gebaut werde - und das Halten der einfühlsamen Elefanten dort schwer sein könnte.

Aktuell leben in der Wilhelma die zwei betagten Elefantendamen Zella und Pama. Auf einer Außenanlage von 12 000 Quadratmetern soll künftig Platz sein für eine ganze Herde. Die alte Elefantenanlage wird den Nashörnern zugeschlagen, die Flusspferde hingegen müssen weichen. Ihnen einen neuen Platz am Neckar zu schaffen, bleibe eine Idee, sagte Sitzmann. „Mehr aber derzeit nicht.“

In Karlsruhe sank die Besucherzahl

Zurückhaltend war die Politikerin bei Fragen zu den Kosten. Fest stehe bisher, dass für das Huftier-Gehege, das asiatische Dorf und die Sibirischen Tiger je 1,5 Millionen Euro ausgegeben würden. Für die Elefantenwelt werde es „sicher zweistellig“. Der Förderverein stellt zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Zuletzt hatte die Wilhelma einen Besucherschock zu verkraften: Wurde der zoologisch-botanische Garten bisher immer mit deutlich mehr als zwei Millionen Besuchern geführt, standen 2016 nur noch 1,3 Millionen in der Statistik. Grund war vor allem eine neue Zählweise von Besuchern mit Dauerkarten, die früher nur geschätzt wurden. Aber auch die Tageskarten gingen um deutliche 8,4 Prozent zurück.

Auch die anderen Zoos und Tiergärten im Land erinnern sich nur ungern an das Jahr 2016 mit seinem schlechten Wetter. In Karlsruhe sank die Besucherzahl nach zwei Jahren wieder unter eine Million. Gebaut wird dort derzeit für die Kängurus und bald für die Luchse, deren Anlage zehn Mal so groß werden soll. Auch dort sollen die Elefanten draußen mehr Platz bekommen.

Mannheim verzeichnete 2016 bei seinem Tieren im Luisenpark und im Herzogenriedpark einen Besucherrückgang von drei Prozent auf 1,25 Millionen. Investiert wird dort vor allem in ein neues Kassensystem und erst ab 2019 in Sanierungen.

Nebenan in Heidelberg will man bis 2019 den Streichelzoo erweitern, eine Trainingswand für Elefanten errichten, das Löwengehege umgestalten und die Außenanlagen der Kattas und Gorillas erweitern. Trotz leichter Einbußen kamen 2016 wieder knapp 470 000 Besucher. Keinen Rückgang gab es derweil im Tiergarten Ulm, wo 169 000 Besucher gezählt wurden. Bei Modernisierungen steht dort der Betriebshof an.

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