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Andrea Ritz darf man nach der Wahl im Herbst getrost noch als neu auserkorene Weinkönigin bezeichnen. Kürzlich war sie die Hauptperson bei einem Empfang im Rathaus ihrer Heimatstadt Markgröningen.

Kreis Ludwigsburg - Wein charmant repräsentieren und mit Maß verkosten – so lautet die Vorgabe an Andrea Ritz (24) aus Markgröningen, etwa wenn sie sich wie jüngst ins Goldene Buch ihrer Heimatstadt einträgt.

Frau Ritz, wenn Sie sich wie einen Wein oder eine Rebsorte beschreiben müssten, wie fiele Ihr Urteil aus?
Eine schwierige Frage, weil jeder Wein in jedem Jahr anders ist.
Wir versuchen es trotzdem.
Frisch, spritzig, dynamisch, vielschichtig, mit einer Bandbreite von trocken bis lieblich – mein Naturell kommt dem eines Rieslings am Nächsten . . .
Was war daran jetzt schwierig?
Obwohl, vielschichtig bin ich eher nicht. Ich würde mich als bodenständig beschreiben und möchte mir dabei selbst treu bleiben. Wichtig ist für mich, dass ich das auch als Weinkönigin hinbekomme.
Auf der Homepage des Weinbauverbands führen Sie ein Weinköniginnen-Tagebuch. Dort stellt man fest, dass ein Termin den nächsten jagt. Sie treffen jede Menge Schulterklopfer, die mit Hoheit anstoßen wollen. Wie trinkfest muss eine Weinkönigin sein?
Das wird bei der Wahl nicht getestet. Man muss seine Grenzen kennen. Vor allem sollte man stets vorher klären, wie man zum Termin und wieder nach Hause kommt.
Sie wachen nie mit einem dicken Kopf auf?
Bisher noch nicht. Wein ist ein alkoholisches Getränk, und Wein trinken ist Genuss, der wiederum nur dann zum Tragen kommt, wenn man Maß hält. Eine betrunkene Weinkönigin, die womöglich auch noch Auto fährt, ist ein No Go. Ich repräsentiere eine Kultur.
Zuletzt in Ihrer Heimat Markgröningen. Dort haben Sie sich als Weinkönigin ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Davon träumt bestimmt jedes Markgröninger Mädchen.
Bei insgesamt 25 Hektar Rebfläche spielt Weinbau in Markgröningen nicht die Hauptrolle. Wenn Sie vergleichen: Lauffen am Neckar hat 800 Hektar. Weil man Markgröningen vor allem vom Schäferlauf her kennt, habe ich mich über die Einladung total gefreut und mich mit zittriger Hand ins Goldene Buch eingetragen.
Sie stammen aus einem Weinbaubetrieb, haben im Weingut Herzog von Württemberg eine kaufmännische Ausbildung absolviert und studieren jetzt Weinbetriebswirtschaft. Sie bescheinigen sich selbst große Kenntnisse über Wein. Sagen Sie uns, was viele Laien über Wein nicht unbedingt wissen, aber eigentlich wissen sollten?
In jeder Traube steckt das Herzblut des Wengerters. In den Steillagen entlang des Neckars und seiner Nebenflüsse wird die komplette Arbeit mit viel Aufwand von Hand erledigt, was man in fast jeder Flasche Württemberger Wein schmeckt.
Klingt bodenständig. Aber trotz Bodenständigkeit heben Sie manchmal ab.
Richtig, als Weinerlebnisführerin begleite ich Ballonfahrten. Die Passagiere müssen den Ballon mit aufbauen, dann geht es in die Luft, von wo aus man bei einem Glas Wein das Panorama genießen kann.
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