Trost für das Talent: der VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo spricht Mateo Klimowicz Mut zu. Der Argentinier vergab eine große Chance. Foto: Baumann

Es hat nicht gereicht – trotz einer taktisch guten Leistung des VfB Stuttgart. Doch im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Bayer Leverkusen fehlte es dem Spiel an Intensität – und erst am Ende kamen richtig Emotionen auf.

Leverkusen - Am Ende ist es noch einmal hoch hergegangen. 1:2 lag der VfB Stuttgart bei Bayer Leverkusen zurück, als sich Mateo Klimowicz die große Gelegenheit bot, auszugleichen und den Fußball-Zweitligisten zumindest in die Verlängerung zu bringen. Doch der junge Argentinier vergab und so war für den VfB im Achtelfinale des DFB-Pokals Schluss – was auch noch andere Gründe hatte, wie unsere Analyse zeigt.

Spielidee

Trainer Pellegrino Matarazzo setzte auf eine Kontertaktik. Mit den schnellen Silas Wamangituka und Nicolas Gonzalez über die Außenpositionen sollte die Leverkusener Abwehr ausgehebelt werden. Das gelang auch zweimal sehr gut. Nur: Der VfB nutzte diese Chancen nicht, um in Führung zu gehen. Ansonsten standen die Stuttgarter mit ihrer neu formierten Viererkette in der Abwehr tief. „Unser Matchplan ist über weite Strecken gut aufgegangen“, sagte der Torhüter Fabian Bredlow.

Spielentscheidend

Die hohe Flanke in der 71. Minute – der VfB-Keeper Fabian Bredlow wurde dabei behindert und bugsierte sich den Ball von Kerem Demirbay mit der linken Faust ins eigene Tor. „Das war natürlich sehr unglücklich“, sagte Bredlow. Er habe in dieser Situation einen leichten Kontakt gespürt – und das habe ausgereicht, um die Kontrolle zu verlieren. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus sah das anders. Auf Bredlows Nachfrage meinte sie, dass der Kontakt nicht ausgereicht habe, um auf Foul zu entscheiden.

Spielentscheider

Lucas Alario war der Glückliche, der das zweite Bayer-Tor erzielte. Dabei wusste der Stürmer nicht einmal so genau, wie er getroffen hatte. Denn zuvor hatte der VfB-Schlussmann Fabian Bredlow noch gut abgewehrt. „Zur Seite, so wie man es lernt“, sagte der Keeper – aber stand eben Alario. Danach zeigten die Gäste aus Stuttgart Moral. Silas Wamangituka verkürzte noch – und in der Nachspielzeit bot sich Mateo Klimowicz die große Chance zum Ausgleich. Doch der Ball war schwer zu nehmen und flog über das Tor.

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Wortspiel

„Ich habe nur gedacht: Mach ihn, bitte mach ihn!“ So beschrieb Fabian Bredlow seine Gemütslage beim letzten Angriff des VfB in der Bay-Arena. Doch Mateo Klimowicz brachte den Ball nicht mehr im Gehäuse unter. Bitte für die Gäste, die sich gegen den Bundesligisten gut aus der Affäre zogen. Taktisch forderten sie die Mannschaft von Trainer Peter Bosz heraus. Allerdings fehlte es dem Pokalspiel insgesamt an Intensität und Emotionen. So machten die Leverkusener nur das Nötigste.

Spielplan

Am Samstag, 13 Uhr geht es für den VfB weiter. Erzgebirge Aue kommt. „Das wird wieder ein ganz anderes Spiel“, sagt der Sportdirektor Sven Mislintat, „da werden wir wieder mehr Spielanteile haben.“ In Leverkusen waren die Stuttgarter der Underdog und boten im DFB-Pokal Außenseiterfußball. In der Liga ist der VfB naturgemäß der Favorit und wird in der Mercedes-Benz-Arena spielerische Lösungen benötigen.

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