Daniel Didavi muss schon früh ausgewechselt werden. Foto: Baumann

Eine bittere 1:2-Heimniederlage, und dann verletzen sich auch noch Daniel Didavi und Borna Sosa schwer. Der VfB erlebt einen Abend der Hiobsbotschaften.

Stuttgart - Als wäre nicht genug Negatives geschehen an diesem Freitagabend in der Mercedes-Benz-Arena. Als hätte der VfB Stuttgart nicht sein erstes Spiel dieser Saison verloren. Als hätten die Weiß-Roten beim 1:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden nicht gleich mehrfach den Pfosten getroffen. Als ob Holger Badstuber nicht kurzfristig wegen Magen-Darm-Problemen hätte passen müssen. Also ob also all das nicht gereicht hätte, setzte es weitere Hiobsbotschaften für den VfB Stuttgart. Die erste bereits in der neunten Minute.

Didavi droht länger auszufallen

Da saß plötzlich Daniel Didavi auf dem Rasen – und schnell war an der Gestik des zentralen Mittelfeldspielers klar: Für Didavi geht’s nicht weiter. Der Spielmacher fasste sich immer wieder an die rechte Wade, dann humpelte er nach draußen, für ihn kam Orel Mangala – und nach der Partie gab es die entsprechende Hiobsbotschaft. „Er hat sehr wahrscheinlich einen Muskelfaserriss, hoffentlich nicht mehr“, sagte Tim Walter, der Trainer des VfB. Sven Mislintat, der Stuttgarter Sportdirektor, rechnet mit einer längeren Ausfallzeit. Mit Blick auf die Verletzungshistorie Didavis ist klar: Ein zu früher Einstieg wird auf jeden Fall vermieden werden. Unklarer war am Freitagabend die Situation um Borna Sosa.

Hier gibt es die Einzelkritik zum Spiel

Der junge Kroate, der bis dahin kein gutes Spiel gezeigt hatte, war in der 55. Minute mit einem Gegenspieler zusammengerauscht – nicht in einem Luftduell, sondern in einem eher gewöhnlichen Zweikampf. Aber: Sosa ging zu Boden – und stand nicht mehr auf. Es dauerte ein wenig, bis das Spiel unterbrochen wurde, dann eilten VfB-Betreuer und Sanitäter auf den Rasen. Denn: Sosa war kurz bewusstlos gewesen. Mit einer Trage wurde der Linksverteidiger in die Kabine, von dort aus ins Krankenhaus gebracht. „Er hat definitiv eine Gehirnerschütterung“, sagte Walter. Auch hier gab es die Ergänzung, diesmal von Mislintat: „Hoffentlich nicht mehr.“

So ein wenig wurden schließlich auch Erinnerungen wach an eine Szene, die sich in der Mercedes-Benz-Arena vor rund zwei Jahren abgespielt hatte: Damals wurde Christian Gentner vom Wolfsburger Torhüter Koen Casteels im Gesicht getroffen. Auch der damalige VfB-Kapitän erlitt eine Gehirnerschütterung, aber auch noch einige Brüche im Gesicht.

Lesen Sie hier die Stimmen zum Spiel

„Das sah nicht gut aus“, sagte nun Mislintat zur Szene mit Borna Sosa – die aber glimpflicher schien als jene mit Christian Gentner. Immerhin.

Trotzdem kommt zu den Langzeitverletzten Marcin Kaminski, Sasa Kalajdzic und Luca Mack in Daniel Didavi zumindest ein weiterer mehrwöchiger Ausfall. Nicolas Gonzalez, der wegen seiner Schienbeinprellung aus dem Spiel gegen die SpVgg Greuther Fürth am Freitag nicht einsatzbereit war, dürfte nach der Länderspielpause wieder spielfähig sein. Die zuletzt angeschlagenen Silas Wamangituka und Gonzalo Castro standen bereits wieder im Kader.

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