Holger Badstuber in Jubelpose: In Heidenheim hat der Abwehrspieler des VfB Stuttgart sein erstes Zweitligator erzielt. Foto: Baumann

Holger Badstuber hat im Spiel des VfB Stuttgart beim 1. FC Heidenheim überzeugt. Von künftigen Stammplatz darf er dennoch nicht ausgehen. Wir erklären, warum.

Heidenheim - Für Tim Walter war der Fall klar. „Zu Holger Badstuber sage ich nichts“, erklärte der Cheftrainer des VfB Stuttgart nach dem 2:2 von Heidenheim, denn für den 43-Jährigen steht eben stets der Auftritt der Mannschaft im Vordergrund. Einem Spieler allein den roten Teppich auszurollen, das passt überhaupt nicht in Walters Fußballbild.

Dabei war dem blonden Innenverteidiger in Saisonspiel Nummer zwei der jungen Zweitligasaison schon eine besondere Rolle zugekommen. Badstuber war ja neu in der Startelf – und er konzentrierte sich zum Einstieg zunächst auf seine Defensivaufgaben. So verteidigte der 31-fache Nationalspieler mit gutem Stellungsspiel und viel Einsatz. Nur bei Standards rückte Badstuber konsequent nach vorne – und hatte auch dort seinen Glücksmoment: Vom Stürmer Hamadi Al Ghaddioui bekam er den Ball per Kopfablage schön auf den Fuß serviert. Badstuber hatte daher aus kurzer Distanz keine Mühe, zum 2:0 einzuschieben (57.).

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Es war also kein Wunder, dass der Routinier hinterher mit sich zufrieden war: „Ich weiß, dass ich polarisiere. Daher muss ich immer mit Kritik leben – auch wenn mir zu viel hineininterpretiert wird“, sagte Badstuber: „Doch wenn ich fit bin, dann bin ich auch gut.“ Und seit langer Zeit, das schob der 30-Jährige noch noch, „bin ich verletzungsfrei und absolviere jedes Training“.

Lob von Sportdirektor Sven Mislintat

Es wäre also ein rundum gelungener Nachmittag auf der Ostalb geworden für Holger Badstuber, hätte der VfB nicht durch zwei Gegentore noch den Ausgleich hinnehmen müssen. Als persönlicher Sieger darf sich Badstuber vor allem mit Blick auf sein Annus horribilis, die vergangene Seuchensaison mit nur zehn (Teil-)einsätzen samt Abstieg dennoch fühlen.

„Er hat ein überragendes Spiel gemacht“, sagte der VfB-Sportdirektor Sven Mislintat: „Er ist eine Persönlichkeit. Immer wenn wir ihn brauchen, ist er da.“

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Lange Zeit als überteuertes Auslaufmodell verschrien, besetzt Badstuber im Ringen um den zweiten Stammplatz in der Innenverteidigung neben dem gesetzten Kapitän Marc Oliver Kempf nun die Pole Position – auch wenn sich der Trainer Walter bedeckt hielt. So schnell kann es im Profifußball gehen: Denn noch zu Saisonstart schien der 30-Jährige auch unter Walter ziemlich hinten dran.

Ein weiterer Innenverteidiger soll kommen

Das zeigte sich allein daran, dass Marcin Kaminski und nicht Badstuber im ersten Saisonspiel gegen Hannover 96 (2:1) in der Startelf verteidigte. Als sich der Pole dann nach einem Zusammenprall mit dem eigenen Torhüter Gregor Kobel schwer am Knie verletzte, da wechselte Cheftrainer Walter den jungen Maxime Awoudja ein. Der erlebte dann mit einem Eigentor sowie der Gelb-Roten Karte einen missglückten Einstand in seine Profikarriere.

Allerdings: Einen Innenverteidiger will der Stuttgarter Sportdirektor Sven Mislintat noch verpflichten. Holger Badstuber, mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet, besitzt also weiter alles andere als einen Freifahrtschein.

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